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Montag, 13. Juli 2015

Juliupdate

"Ein Update? Im Juli schon?" werdet ihr euch fragen.
Ganz genau, denn dieses Mal sind wir aufgrund der übermäßigen Vorfreude schon sehr früh dabei, alles zu planen - so gut das eben geht, vier Monate vor Abflug.

Wie bereits auf Facebook angekündigt, wird mich diesmal nicht nur Malie begleiten, sondern auch meine langjährige Kindheitsfreundin Angie, die ich bereits vor vielen Jahren für das Land der aufgehenden Sonne begeistern konnte! Oder haben wir uns gegenseitig dafür begeistert? Ich weiß es nicht mehr. Sie hat mir meine Reisen nach Japan immer am meisten gegönnt. Als ich im April die alljährliche Karte an Angie und ihre Mum geschrieben habe, hätte ich nicht gedacht, dass das bald alles wirklich so kommen würde. Ich weiß noch genau wo ich sie geschrieben habe, und dass ich etwas lächeln musste, weil ich gehofft habe, dass Angie wirklich bald mitkommen kann.

oben genannte Karte ^^

Malie und ich haben bereits am Münchner Flughafen Scherze darüber gemacht, dass wir uns vielleicht so gut verstehen werden, dass wir noch einmal gemeinsam verreisen könnten - nach Japan versteht sich. Im Laufe der Reise haben wir beide des öfteren angemerkt, dass wir gerne bald wieder kommen wollen, am liebsten gemeinsam, falls die jeweils andere nichts dagegen hätte. Wir waren mit unseren Aussagen beide sehr vorsichtig, ich zumindest, denn ich wollte Malie nicht überrumpeln und auch nicht allzu enttäuscht sein, falls sie nach der Reise den Kontakt langsam hätte abbrechen lassen. Spätestens nach unserem schweren Abschied voneinander wussten wir beide, dass das vielleicht doch etwas werden könnte. Und es hat tatsächlich keine drei Tage gedauert, bis wir ernsthaft darüber nachgedacht haben, wieder einen Flug zu buchen, und zwar gemeinsam. Mit dem Datum waren wir uns einig, Malie hat bereits ohne mein Wissen auf Arbeit ihren Urlaub eingetragen und ich werde mich beruflich umorientieren.

Angie hat immer schon gesagt, dass sie gerne mitkommen möchte, aber ich habe das nie allzu ernst genommen, denn sie konnte sich bisher nicht dazu durchringen, mit mir zu buchen. Irgendwie konnte sie diesmal wohl doch nicht anders, und als ihr Urlaub bestätigt wurde, stand der Flugbuchung nichts mehr im Wege. Das Problem, dass Malie und Angie sich noch nicht kennen, stellte sich sehr bald als irrelevant heraus, denn Malie hat ohne zu zögern zugestimmt, und Angie war ohnehin einfach nur glücklich, dass ihr Traum endlich in Erfüllung gehen wird. Und nach nicht einmal drei Wochen, die wir zurück in Österreich waren, haben wir gebucht, und zwar alle drei :)

Am 12. November 2015 werden wir abends mit Turkish Airlines nach Istanbul und von dort weiter bis nach Tokyo fliegen. Air China hat mich zwar positiv überrascht, jedoch hat mir der Service von TK einfach besser gefallen, und außerdem können wir diesmal ab/bis Salzburg fliegen, was uns viele, viele Strapazen erspart. Der Flug war außerdem spottbillig, da mussten wir einfach sofort zuschlagen!
Wir werden am Freitagabend in Tokyo Narita landen, und erstmal eine Nacht in der Stadt Narita verbringen, zwecks Akklimatisieren und so. Wie gut, dass sich unser Hotel in unmittelbarer Nähe des Naritasan Shinsho-ji befindet - dem schicken Tempel können wir nach unserer Ankunft gleich noch einen nächtlichen Besuch abstatten, und das ein oder andere Bierchen kippen, bevor wir in unsere Betten fallen.

http://www.tokyoarchitecture.info/TAI/Images/Buildings/NaritaCity/200901/Three-StoriedPagoda-Mar09-008a.jpg

Am Samstag werden wir uns dann früh morgens auf den Weg nach Kyoto machen, damit wir den Tag zumindest noch zur Hälfte nutzen können. Diesmal haben wir uns dafür entschieden, in einem Hostel zu schlafen. Wir haben jetzt mal grob geplant, dass wir uns in Kyoto auf den Fushimi Inari sowie den Kiyomizu Dera und Gion beschränken, weil uns alles andere einfach nicht von den Socken gehauen hat, und wir auch mal die Umgebung erkunden wollen. Also steht diesmal auch ein Ausflug nach Nara, ein weiterer nach Himeji und noch ein Ausflug zum Koya-san auf dem Plan. Natürlich ist das alles noch nicht sicher, aber wenn es sich zeitlich ausginge, dann wären wir froh darüber. Angie feiert in Kyoto übrigens ihren 21. Geburtstag und wir müssen uns unbedingt noch etwas Tolles einfallen lassen, um ihre weltweite Volljährigkeit gebührend zu feiern! Momentan haben wir geplant, fünf Nächte in Kyoto zu verbringen, die restlichen sieben dann in Tokyo.

http://www.kanpai-japan.com/sites/default/files/uploads/2012/12/kiyomizu-dera-momiji-light-up-18.jpg

Von Tokyo aus wollen wir diesmal auch einige Ausflüge unternehmen. Ob wir nun aber nach Nikko, Hakone, Kawagoe, Atami oder Kawaguchiko fahren, wissen wir auch noch nicht. Ich persönlich wäre an Atami und Kawaguchiko interessiert, im schlimmsten Fall können wir uns aber auch trennen, denn die Sim Karte für mobiles Internet und die damit verbundene Nutzung von Google Maps wird uns auch dieses Mal mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn wir uns verlaufen haben. Außerdem machen wir das alles auch vom Wetter abhängig, denn bei Nebel oder Regen macht es wenig Sinn, in Richtung Fuji zu fahren, wenn man ihn dann ohnehin nicht richtig sehen kann.

Natürlich müssen in Tokyo auch wieder unsere Lieblingsviertel abklappern, wir werden uns mit Reina und Micha treffen, unseren Ramen Laden aufsuchen und zum Karaoke gehen. Mann, werden wir irgendwann einen entspannteren Urlaub in Japan verbringen? XD Jo, so sieht's bisher aus. Nach 12 Tagen Japan treten wir dann wieder die Rückreise an.



Mittwoch, 6. Mai 2015

NIH♡N 2015 - Zauberhaftes Kyoto

Montag, 30.März 2015

Der Wecker klingelt auch heute um acht Uhr morgens und wir stehen auf. Die Sonne scheint schon durch den Vorhang in unser Zimmer und wir sind unglaublich motiviert, gleich das gesamte Gelände des Fushimi Inari Taisha bei Sonnenschein zu erkunden. Als wir in die Lobby runter fahren, stehen vier alte japanische Damen mit uns im Lift, und wir hören sie "kawaii, kawaii" sagen. Als sie bemerken, dass wir sie verstehen, drehen sie sich zu uns um und sagen abwechselnd "kawaii, beautiful, pretty girls, so charming, kawaii" :3 Wir bedanken uns auf Japanisch und eine der Omis kneift mir beim Aussteigen noch in die Wange und sagt erneut "kawaii" - awkward, aber süß :)
Es ist schon am Vormittag so warm, dass wir unsere Jacken ausziehen können, und wir haben die beste Laune, die man haben kann - wie könnte das auch anders sein, wenn man von so niedlichen japanischen Omis gesagt bekommt, wie hübsch man ist ^^ Im Konbini decken wir uns noch mit Proviant ein und dann machen wir uns auf den Weg.




Da wir den Touristenmassen erstmal entgehen wollen, lassen wir den eigentlichen Schrein vorerst aus und gehen einen Waldweg entlang. Nach einiger Zeit verlassen wir diesen und gehen einfach quer durch den Wald, wo wir komplett alleine sind. Die Umgebung ist so schön, die Vögel zwitschern, die Sonne scheint durch die Bäume auf unsere Gesichter und es ist frühlingshaft warm. Die Atmosphäre ist kaum in Worte zu fassen, Kyoto fühlt sich einfach magisch an. Alles um uns herum erinnert an Prinzessin Mononoke, wir sind wahrhaft verzaubert. Nach einiger Zeit drehen wir wieder um und sehen die ersten Torii. Wie zuvor schon so oft im Internet gelesen, jedoch immer verdrängt, ist es schier unmöglich, einen Torii Tunnel ohne durchlaufende Menschen zu fotografieren. Ein oder zwei Mal gelingt es uns aber doch. Da jeder Tourist das selbe Foto schießen möchte sind die meisten Leute so lieb und warten, bis man fertig ist, damit sie einem nicht ins Bild laufen - so auch wir. Der Umgang miteinander, sogar unter Gaijin, ist in Japan einfach ein anderer wie mir scheint. Wann immer wir ein Selfie machen wird uns von vorbeilaufenden Touristen, asiatischer und auch westlicher Abstammung, angeboten, ein Foto von uns zu machen. Im Gegenzug machen wir auch ein Foto von ihnen und meistens wollen sie sogar, dass wir mit aufs Bild kommen. Wie auch eine Gruppe philippinischer Touristen, mit denen wir uns eine Weile unterhalten. Sie sind ganz begeistert von Malies blondem Haar, sie sieht wohl einer philippinischen Schauspielerin sehr ähnlich, wir sind jetzt jedenfalls auf ziemlich vielen philippinischen Familienfotos zu sehen XD Dieselbe Gruppe treffen wir zufällig mehrmals am Gelände, und beim Vorbeigehen begrüßen sie uns immer mit "Hey Austria, busy making Selfies?"

700 meiner insgesamt 2500 Fotos von unserer Reise sind am Fushimi Inari entstanden, es war wirklich unglaublich schön dort. Dem wunderschönen Schrein werde ich nach den Reiseberichten einen separaten Post mit vielen von mir geschossenen Fotos und Informationen zum Gelände widmen. Sobald er online ist, könnt ihr einfach HIER klicken, um zum Beitrag zu gelangen.







Mal wieder sind wir recht spät dran, und wir hetzen ins Hotel um uns umzuziehen. Unterwegs machen wir natürlich noch einige Fotostopps, es sieht hier so Anime-like aus xD Wir lassen Momo über LINE wissen, dass wir uns auch heute etwa eine halbe Stunde verspäten werden und haben nun nicht mehr ganz so viel Stress. Wir treffen Momo um 15:00 Uhr im Starbucks an der Kyoto Station und machen uns mit dem Bus gleich auf den Weg zum Heian Schrein. Warum Momo alle Sehenswürdigkeiten für gestern eingeplant hat, und heute nur noch eine übrig ist, ist uns schleierhaft. Mittlerweile ist es wirklich heiß, fast wie im Sommer! Für 300 Yen können wir einen japanischen Garten betreten, und sind erst einmal nicht wirklich interessiert, weil die Anlage ziemlich kahl aussieht. Je weiter wir aber gehen umso schöner wird die Umgebung, und wir halten alle paar Meter an und machen wieder Fotos.












Nachdem wir uns am Heian Schrein und dessen Parkanlage satt gesehen haben, fahren wir mit dem Bus weiter nach Gion. Und der Bus ist mehr als voll - wir wollen erstmal gar nicht einsteigen. Momo versichert uns aber, dass wir noch genügend Platz hätten, und so kuscheln wir uns an all die anderen Leute im Bus. Wir sind wirklich der Meinung, dass da niemand mehr rein passt, aber immer wieder steigen Leute ein und überzeugen uns vom Gegenteil. Menschliches Tetris hier in Japan! Nach 20 Minuten werden wir erlöst und können aussteigen, endlich. Aber das ist gar nicht so einfach, denn wir kommen nicht bis vorne durch, und so bezahlt Momo für uns mit, und wir sollen hinten aussteigen - Mann ist das ein Gequetsche! XD

In Gion angekommen sind wir erst einmal erstaunt, dass sich so viele Touristen hier tummeln, aber so ist das nun mal. Die Kirschblüten sind dafür aber wunderschön, und die Gassen sind so schmal und alt - hach, Kyoto, wie ich dich liebe! Wir schlendern durch die Straßen und sind fasziniert von den Bäumen, es sieht beinahe so aus als würde es schneien, unfassbar. Da die Sonne bald untergeht ist die Stimmung auch grandios, eine wirklich atemberaubende Atmosphäre! Wir überqueren die Brücke des Kamogawa Flusses und lassen uns am Ufer nieder, um unsere Beine etwas auszuruhen. Schade, dass wir nicht mehr Zeit in Kyoto haben, ein weiterer Tag um nur hier in der Gegend zu sein wäre toll gewesen. Aber dazu haben wir ja im Herbst noch Zeit :D




fotografierende Japaner

fotografierende Japaner again ^^



Was für ein wunderschöner Ort für Verliebte *^*

Ernsthaft - einmal im Leben will ich da mit dem Auserwählten sitzen und an einer Überdosis Romantik leiden *^*





Nach einiger Zeit machen wir uns auf den Weg zu einem Ramen Restaurant. Momo hilft uns bei der Auswahl und wir finden sogar etwas ohne Fleisch für Malie! Mann, ist das lecker! Wir essen bis wir fast platzen, das schmeckt sowas von gut!!! Momo will uns danach noch Souvenir Läden zeigen aber wir lehnen ab. Unsere Füße sind mittlerweile schon sehr mitgenommen und wir können kaum noch laufen, außerdem müssen wir morgen um halb 6 Uhr morgens aufstehen. Wir fahren noch gemeinsam zur Kyoto Station, wo Momo für uns die Sitzplätze für die morgige Shinkansen Fahrt nach Hiroshima reserviert. Danach trennen wir uns und fahren ins Hotel.

Food Porn *///*

Es waren zwei wunderbare Tage, die wir mit Momo verbringen durften, und wir sind wirklich dankbar dafür. Er hat uns so viel gezeigt, sich so viel um uns bemüht, und sich vor allem sehr darüber gefreut, dass wir sein Heimatland so sehr lieben. Leider geht er bald für ein Jahr ins Ausland, und so können wir ihn beim nächsten Aufenthalt leider nicht treffen. Vielleicht beim übernächsten Mal wieder :)




Erkenntnis des Tages
Zwei Tage sind für Kyoto wirklich zu wenig. Auch wenn Momo einen tollen Zeitplan erstellt hat, und wir wahnsinnig viel gesehen haben, konnten wir die einzelnen Orte nicht ausgiebig genießen, da uns einfach die Zeit fehlte. Beim nächsten Mal dann mindestens 4 Tage!

Frage des Tages
Wie schaffen es die Japaner, sich im Bus so aneinander zu quetschen? Bei uns Zuhause würde der Bus bei so vielen Leuten nicht einmal losfahren. Wirklich faszinierend!




Freitag, 24. April 2015

NIH♡N 2015 - Kyoto im Schnelldurchlauf #1

Sonntag, 29.März 2015

Good morning Japan! Direkt um 08:00 Uhr klingelt der Wecker und Malie und ich stehen auf, um einen Jetlag zu umgehen. Wir sind überraschenderweise gar nicht so müde wie befürchtet und machen uns gleich auf den Weg zum Fushimi Inari Schrein. Es regnet ein wenig und wir kaufen unterwegs einen dieser coolen transparenten Schirme, die in Japan jeder zu haben scheint. Auch wenn das Wetter nicht ganz so toll ist genießen wir die Umgebung und sehen zum ersten Mal in unserem Leben einen Kirschblütenbaum. Die Japaner finden unser Staunen niedlich, lächeln uns an und lassen uns den Vortritt zum Fotografieren, sehr lieb von ihnen. Für Malie muss das alles ja noch großartiger sein, sie hat schließlich noch nie einen Schrein besucht und kennt das alles, was sie hier in echt sieht, nur von Bildern. Wir spazieren ein wenig durch die Anlage, sehen den Leuten zu und freuen uns, dass wir hier sein dürfen. 
Nach einiger Zeit fängt es aber richtig arg zu schütten an, und wir fahren zur Kyoto Station um uns bei Starbucks niederzulassen. Auch wenn wir gar nicht so lange unterwegs waren ist es schon höchste Zeit, uns fertig zu machen, denn wir wollen meine Internetbekanntschaft um halb 2 bei der Inari Station treffen. Wir sind ziemlich aufgeregt und überlegen schon den ganzen Vormittag, ob eine Umarmung zu vertraut, eine Verbeugung zu förmlich und ob ein Handschlag zu westlich ist. Während wir noch heftig diskutieren, steht Momo schon vor uns, grinst uns an und sagt einfach hallo - so einfach wär's gewesen :)




Wir machen uns gleich auf den Weg nach Arashiyama, folgen Momos Anweisungen und nehmen erstmal die falsche Bahn, was ihm unglaublich peinlich ist, da er seit mehreren Jahren in Kyoto lebt und wir ihm die gesamte Planung überlassen sollten. Wir kommen aber doch irgendwie dort hin und spazieren los. Die Gegend ist unglaublich schön. Kyoto hat zwar 1,5 Millionen Einwohner, jedoch wirkt die Stadt nicht groß und modern, sondern eher beschaulich und ruhig. 
Bevor wir den Bambuswald betreten kaufen wir Mitarashi Dango. Eher nicht so schlau, wenn man keine Taschentücher dabei hat, denn das Zeug tropft wie verrückt und binnen weniger Minuten haben wir unsere Haare und Hände eingesaut. Außerdem sind die japanischen Klöße sowas von zäh, süß und klebrig, dass uns danach fast ein wenig schlecht ist.
Im Wald bin ich dann erstmal ganz von den Socken, ich habe noch nie in meinem Leben so große Bambusse gesehen. Wir kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und halten alles so gut es geht auf Bildern fest. Leider sind massig Touristen unterwegs und das Wetter ist noch immer nicht so gut, was sich auf die Atmosphäre auswirkt, von der ich mir erhofft hatte, dass sie etwas magischer ist. Beim nächsten Mal versuchen wir's noch einmal, Arashiyama - auf dass uns das Wetter dann ein schöneres Zusammentreffen beschert!







Da wir laut Momo schon spät dran sind schlägt er vor, mit einem Taxi zum nächsten Punkt auf der Sightseeing Liste zu fahren. Wir sind etwas verunsichert, da Taxis in Japan ja ziemlich teuer sind, aber wir wollen nicht unhöflich sein und willigen ein. Sooo teuer ist es schlussendlich auch gar nicht, 600 Yen pro Person für eine zwanzig minütige Fahrt. Am Kinkaku-ji (goldener Pavillon) angekommen drängen wir uns erstmal vor und machen Fotos, da gerade die Sonne ein wenig rauskommt. Wir knipsen einige Bilder und gehen weiter, es sind einfach zu viele Touristen unterwegs und man kann die Schönheit der Umgebung gar nicht wirklich genießen. Die Anlage des Tempels ist aber wahnsinnig hübsch, wir spazieren einige Zeit lang herum, machen Fotos, und Momo macht zum ersten Mal Anzeichen, dass unsere Fotografiererei ihm auf die Nerven geht - gomen nasai :( 
Am Ausgang machen wir erstmal eine Rauchpause und unterhalten uns über unsere weitere Reiseroute. Momo findet es lustig, dass wir unbedingt zum Kanamara Matsuri am kommenden Sonntag wollen. Er hofft aber, dass wir dort keine Fotos machen, oder diese zumindest niemandem zeigen, weil: "if your friends see the photos of Kanamara Matsuri I am afraid they think that Japan is a very weird country". Da ist er zurecht afraid XD

Kinkaku-ji in seiner vollen Pracht
Sogar von Weitem ein schöner Anblick

Lange haben wir auch hier nicht Zeit um zu verweilen. Wir machen uns auf den Weg zu einer Bushaltestelle, denn auf unserer Liste steht ein weiterer Tempel, und den sollten wir eigentlich zur Dämmerung erreichen. Momo hat offensichtlich Probleme mit dem Bus Plan und wir befürchten, dass wir wieder ein Taxi nehmen müssen. Ihm scheint das unheimlich peinlich zu sein, dabei macht das doch gar nichts - es ist schon großartig genug, dass wir zwei Tage mit einem Japaner verbringen dürfen, der uns herumführt und obendrauf noch so ein lieber Mensch ist. Dann brauchen wir halt etwas länger, bis wir die gewünschten Stationen erreichen :) Irgendwann kommt dann aber doch der richtige Bus und wir steigen ein.
Gut, dass Momo dabei ist, das japanische Bus System unterscheidet sich dann doch sehr vom österreichischen, und alleine und ohne Japanisch Kenntnisse hätten wir das nicht gerafft. Man steigt hinten ein, fährt bis zur gewünschten Station mit, und wirft dem Busfahrer beim Aussteigen (vorne!) den Betrag in den Schlitz an der Kasse. Dummerweise haben Malie und ich die 230 Yen nicht genau und wissen auch nicht, ob der Kassenautomat wechseln kann, wir wollen auch nicht alles aufhalten. Da uns pro Person nur wenige Yen (etwa 30 Yen pro Person) fehlen, beschließen wir, einfach das rein zu werfen, was wir haben, dem Busfahrer wird das bestimmt nicht auffallen und wir sind sicherlich nicht die ersten Touristen, die das machen. Ein schlechtes Gewissen haben wir schon irgendwie, aber was soll's. Als wir aussteigen müssen werfe ich den falschen Betrag in den Kassenschlitz und sehe zu meinem Entsetzen, dass der Automat zählt!!! Ich schubse Malie auffällig und wir stürmen raus - Mann war das peinlich! Im Nachhinein betrachtet wäre es angebracht gewesen, uns zu entschuldigen, und den Rest auch noch zu bezahlen. Aber wegzulaufen war unser erster Reflex, und wir wollten Momo nicht darum bitten, die Sache für uns zu klären, das wäre für alle Anwesenden eine recht unangenehme Situation gewesen. Na dann sind wir halt in Japan schwarz gefahren, wir Rebellen!


Mittwoch, 22. April 2015

NIH♡N 2015 - Odyssee #2

Samstag, 28.März 2015

Es ist 06:00 Ortszeit, als wir am Shanghai Pudong International Airport landen. Eigentlich wollen wir so schnell es geht zu unserem Gate für den Weiterflug, denn das Nikotin ruft schon laut und deutlich nach mir, aber da haben wir nicht mit den Chinesen gerechnet. Als die Dame von Air China unsere Boardingpässe gecheckt hat, müssen wir erstmal warten, bis alle anderen Transit Passagiere fertig sind, und zwar nicht nur die mit Weiterflug nach Tokyo, sondern auch die mit sämtlichen anderen Anschlussflügen, woohoo. Wir fühlen uns wie im Kindergarten, als wir dann alle gemeinsam zur Sicherheitskontrolle gebracht werden. Die uniformierten Chinesen wirken irgendwie einschüchternd, keiner lächelt, alle blicken einen streng an. Die meisten erinnern mich an Kim Jong Un, das Gesicht und die Frisur erinnern sehr an den sympathischen Nordkoreaner xD Kurze Erinnerung am Rande: ich habe ja 2013 in Tokyo bereits gelernt, dass man nur ein Feuerzeug pro Person mit ins Handgepäck nehmen darf, "one lighter per person" - einfach draufklicken um den Post von damals aufzurufen ;) 
Ich hab mich also brav daran gehalten, und was passiert dann in Shanghai??? Der chinesische Kim Verschnitt, der das Handgepäck kontrolliert, nimmt mir mein (einziges) Feuerzeug weg und grinst mich blöd an, "because chinese regulation". Ach, leck mich doch am Arsch, wie soll ich denn jetzt eine rauchen? Malie erkennt die Wut in meinen Augen und sucht mit mir auf schnellstem Wege eine Raucherbox auf, vielleicht hat da ja irgendjemand Feuer XD Und tatsächlich, an der Wand ist eine interessante Box angebracht, in der sich vier Feuerzeuge befinden, die mit einem Schloss versperrt sind. Ich weiß nicht, wie ich das am besten erklären soll, also hier das Bild dazu:

























Endlich. Mit einem Grinsen im Gesicht bleibe erstmal in der Box und freue mich, dass das doch noch geklappt hat mit dem Feuer. Malie spaziert inzwischen am Flughafen herum, geht in alle Souvenirshops, kommt dann zurück zu mir in die Box und erzählt mir ganz aufgeregt, was es da für schöne Sachen zu kaufen gibt, und ob wir noch genügend Zeit hätten, um einzukaufen. Und plötzlich fällt mir ein, dass wir nur im Besitz von Euros und japanischen Yen sind, jedoch keine RMB bei uns tragen. Oh Mist, warum ist uns das nicht eher aufgefallen? Hoffentlich können wir irgendwie bezahlen, sonst müssen wir verdursten! Wir gehen erstmal zu Burger King um etwas zu trinken zu kaufen. Die Bedienung ist sowas von unfreundlich, versteht aber zum Glück, dass wir nur Yen dabei haben, und damit bezahlen möchten. Funktioniert auch alles, wir haben unsere große Cola und können uns erstmal hinsetzen und Koffein tanken, denn die Strapazen sind noch lange nicht vorbei. Spätestens am Gate sind wir hundemüde, ich beginne, ein paar Zeilen in mein Notizbuch zu schreiben, und Malie döst vor sich hin, wundert sich ab und an über den speziellen Kleidungsstil der Asiaten und döst weiter. Die chinesischen Durchsagen gehen uns langsam auch auf die Nerven, die Sprache klingt so schrecklich. 












Den dreistündigen Flug von Shanghai nach Tokyo Narita verpennen wir komplett. Ab und an weckt uns eine Stewardess auf, um uns Essen und Trinken zu servieren. Um 13:50 Ortszeit landen wir endlich in Tokyo, und ich bin den Tränen nahe, als ich das Flugzeug verlasse. Erstmal das obligatorische Foto vor dem "Welcome to Japan" Schild und dann geht's auch schon zur Immigration, die diesmal verhältnismäßig lange dauert. Danach schnappen wir unsere Koffer und bemerken erstmals, dass an Malies Koffer eine Rolle fehlt - Applaus für Air China! Der Koffer fällt dauernd um und ich ahne schon, dass uns das noch sehr viel Spaß bereiten wird :P Nach einer Zigarette ziehen wir uns auf der Toilette um und machen uns frisch, wir sind nun schließlich schon seit 27 Stunden auf den Beinen und kein schöner Anblick mehr. Danach machen wir uns auf die Suche nach der Post Office, wo unsere Prepaid Sim für das Internet auf uns warten soll. Und tatsächlich, bei der Lieferung ist nichts schief gelaufen und wir können das Paket ohne Probleme entgegennehmen!!! Die Bedienung ist so einfach, dass wir erstmal alles falsch machen, und schön langsam schlechte Laune bekommen, ich zumindest. Wir machen alles genau laut Anleitung, doch es funktioniert nicht. Ein alter Japaner versucht uns zu helfen, kennt sich aber auch nicht aus und geht wieder. Wir laufen zum Docomo Helpdesk, und treffen unterwegs einen anderen Gaijin, der das selbe Problem mit der Karte zu haben scheint. Nach etlichen Versuchen und fachmännischer Hilfe von Docomo wird der Fehler behoben: Mobile Daten ein, Roaming aus - so einfach wär's gewesen! Immerhin funktioniert jetzt alles und wir können den Japan Rail Pass umtauschen gehen. 

Hello again :D


Mittlerweile ist es schon nach 16:00 und wir sollten nicht mehr allzu viel trödeln. Die Schlage am JR Schalter ist unglaublich lang, die Schultern schmerzen vom Rucksack, die Oberarme ziehen vom Gepäck-Schleppen, und Malies Koffer kippt alle paar Meter zur Seite. Nach etwa 45 Minuten des Wartens werden wir erlöst und kommen endlich dran, unser Rail Pass wird umgetauscht, wir können den N'EX nutzen (yay!) und unsere Plätze für den Shinkansen nach Kyoto sind auch reserviert. Wir fahren also mit dem N'EX (genialstes Zug-Klo EVER!!!) etwa eine Stunde bis nach Shinagawa, wo wir dann in einen Shinkansen umsteigen. Nach weiteren drei Stunden Fahrt erreichen wir endlich die Kyoto Station und müssen nun nur noch... ja, wohin denn nun eigentlich? Zur Fushimi, zur Inari, oder zur Fushimi-Inari Station? Ich hatte noch die JR Nara Line im Kopf also fahren wir zur Inari Station und sind Gott sei Dank richtig, denn ich kenne den Ausgang von Google Street View XD




Ein paar betrunkene Teenager fragen woher wir kommen, flippen bei "Austria" förmlich aus, und wollen einen High-Five. Es ist nun schon nach 22:00 und weit und breit ist kein JR Mitarbeiter zu finden. Na toll, und wie kommen wir jetzt durch's Gate??? Eine Japanerin sieht unsere verzweifelten Blicke, kommt zu uns rüber, und zeigt uns, dass wir den Rail Pass nur auf eine Vorrichtung am Gate halten müssen. Dann drückt sie einen Knopf und der JR Mitarbeiter sagt per Lautsprecher, dass wir durchgehen können, und er das Gate nun öffnet. Da war wohl tatsächlich ne Kamera und ein Mikrofon im Gate versteckt, wo gibt's denn sowas??? Wir sehen das erste Torii auf der anderen Straßenseite und lassen alles liegen und stehen. Es sieht so wunderschön aus, alles ist so ruhig und idyllisch, und ich platze fast vor Freude. Endlich sind wir da, ENDLICH! Also fast, denn wir müssen noch zum Hotel. Dank meinen Google Street View Skills sind wir aber nach zwanzig Minuten (gefühlten zwei Stunden aufgrund von Malies umfallenden Koffer) dort und können auf unser Zimmer. Nach 35 Stunden sind wir angekommen, und trinken erstmal ein Asahi Sakura Bier, das zu unserer Enttäuschung nur nach Bier schmeckt. Völlig erschöpft und hundemüde fallen wir in's Bett und dürfen endlich schlafen!


Meine Vorhersage vom Jänner war wirklich sehr treffend formuliert!


Erkenntnis des Tages
Hochziehen, grunzen und die ganze Rotze dann in den öffentlichen Aschenbecher am Flughafen zu spucken scheint in Shanghai etwas ganz Normales zu sein.

Frage des Tages
Warum gehen (viele) asiatische Männer so, als hätten sie einen Stock im Hintern oder sich in die Hose gemacht? Was uns schon in Shanghai aufgefallen ist, hat sich auch im Shinkansen und unterwegs zu unserem Hotel bestätigt. Interessanterweise sind es nur die älteren Herren, die so eigenartig verkrampft gehen - wer darauf eine Antwort weiß, der soll uns bitte einweihen!!!





Freitag, 20. März 2015

Countdown!!!

YATTA! Die Zeit seit der Buchung im Dezember ist wie im Flug vergangen, die letzten Tage sind gezählt, und in exakt einer Woche fliegen Malie und ich nach Japan *0*
Unsere Vorfreude ist kaum noch auszuhalten und wir können an fast nichts anderes mehr denken (ich zumindest xD). Schön langsam wird's wirklich ernst, die Yen sind schon da, die Packlisten geschrieben, der Selfie-Stick gekauft und von mir aus könnten wir morgen schon fliegen, ach was, SOFORT!!! :3

Aber was steht denn nun eigentlich alles auf unserem Japan-Plan?
Wir werden am Samstag, den 28.03.2015 gegen Nachmittag in Tokyo Narita landen, und uns anschließend auf den langen Weg nach Kyoto machen. Dieser Tag ist komplett vergeigt, also geht's erst am Sonntag und nach genügend Schlaf so richtig los, hoffentlich ohne Jetlag!!!
Den Sonntag und Montag werden wir nutzen, um alles Sehenswerte in Kyoto abzuklappern - ganz besonders freuen wir uns auf den Inari Fushimi, Arashiyama und Gion.
Wir haben überlegt, uns einen Kimono auszuleihen, außerdem wollen wir uns mit meiner Internetbekanntschaft Momo verabreden - mal abwarten, ob sich das zeitlich auch wirklich vereinbaren lässt.
Am Dienstag (31.03.) geht's dann für einen Tagesausflug nach Miyajima, auf die "Reh-Insel", wenn man sie so nennen mag. HIER geht's zum Eintrag, in dem ich über meinen Besuch auf Miyajima im Jahr 2006 geschrieben habe. Laut Google kann man die Insel in der Bucht von Hiroshima innerhalb von knappen drei Stunden mit dem Shinkansen von Kyoto aus erreichen - und da wir ohnehin über den Japan Rail Pass verfügen, können wir ganz ohne Geldsorgen in den japanischen Hightech Zug hüpfen, und uns gen Süden fahren lassen :) Falls uns noch etwas Zeit bleibt, wollen wir gerne noch durch Hiroshima spazieren, denn auf dem Heimweg von Miyajima müssen wir ohnehin dort umsteigen. Wir werden sehen :)


Da legen wir ja doch einiges an Kilometern zurück D:


Am Mittwoch (01.04.) werden wir uns, nach ausgiebigem Sightseeing, gegen Abend von Kyoto verabschieden, und mit dem Shinkansen in Richtung Megacity Tokyo düsen. Und spätestens da wird Malie die Luft weg bleiben - denn das bunte und skurrile Tokyo ist doch ein starker Kontrast zum spirituellen Kyoto, für Japan-Neulinge ganz besonders. Und ich bin mir sicher sie wird es lieben.
Da wir die meisten Dinge ohnehin beide sehen wollen, haben wir uns für Tokyo auf folgende Fixpunkte geeinigt: Akihabara, Harajuku, Asakusa, Shibuya und Shinjuku.
Ein Treffen mit Michael sowie mit meiner japanischen Freundin Reina ist auch geplant - oh Mann, wir hätten besser vier als nur zwei Wochen bleiben sollen xD
Alles was sonst noch passiert, entscheiden wir spontan, oder wenn es die Gegebenheiten zulassen - zum Beispiel das Ghibli Museum und der One Piece Vergnügungspark.
Am Sonntag (05.04.) werden wir übrigens für einen Tag ins nahe gelegene Kawasaki fahren um am Kanamara Matsuri, auch bekannt als "Steel Phallus Festival" oder "Penis Festival" teilzunehmen, und um uns kaputt zu lachen XD



Wir werden uns also von 28.03. - 01.04. in Kyoto (mit eintägigem Aufenthalt in Miyajima/Hiroshima) befinden, und dann von 01.04. - 09.04. in Tokyo.
Am Donnerstagabend (09.04.) fliegen wir (erneut via Shanghai) nach München zurück, wo wir am Freitag (10.04.) früh morgens landen, und von meinem Freund abgeholt werden :D Die ersten Reiseberichte, oder zumindest ein kleines Lebenszeichen, werden also entweder schon am Freitag Abend, ansonsten am Samstag oder spätestens am Sonntag folgen. Fotos und kurze Berichte gibt's in den zwei Wochen leider nur auf My Japan Diaries bei Facebook sowie auf meinem Instagram Account.

Cherry Blossom Forecast von Japan-Guide.com

Ah ja, übrigens:
Wenn man dem Cherry Blossom Forecast Glauben schenken mag, dann sieht's ziemlich gut für uns aus, gerade was Tokyo betrifft, denn das wichtigste an der Reise sind uns eigentlich die Kirschblüten!
Ich hoffe inständig, dass das Wetter in Japan uns keinen Strich durch die Rechnung macht, sondern wirklich frühlingshaft und trocken ist, sodass wir unsere (insgesamt) 64GB Kameraspeicher auch schön mit Kirschblüten Bildern voll bekommen *///*