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Mittwoch, 24. Juni 2015

NIH♡N 2015 - von Möpsen, Maids und Mangas

Samstag, 4.April 2015

Achtung, einige der Inhalte sind für Leser unter 18 Jahren nicht geeignet.
Das juckt euch wahrscheinlich kaum und ihr werdet trotzdem weiterlesen, falls ihr noch nicht so alt seid, aber ich hab euch zumindest darauf hingewiesen ^^ Manga-Boobies incoming!

Nachdem mir der Weg bis zur Hamamatsucho Station viel zu lange vorkommt, wollen wir will ich heute herausfinden, ob es auch einen kürzeren gibt. So machen wir uns gemütlich auf den Weg, erkunden unsere Hood, und laufen in die Richtung, die uns richtig vorkommt. Irgendwann stehen wir am Wasser, die Yamanote Station ist nirgendwo zu sehen und wir sind offensichtlich falsch. Wir haben uns verlaufen, und zwar so arg, dass wir ohne Google Maps garantiert nicht mehr zurück gefunden hätten xD Nachdem wir die letzten 1,5 Stunden also sehr sinnvoll genutzt haben, machen wir uns nun auf den Weg mach Akihabara, und kommen nach nur wenigen Stationen dort an.


lost in Minato-ku...
Nach einer Zigarette in der mir bereits bekannten Smoking Area gehen wir los - durch die Unterführung und rein in die "Akihabara Electrical Town". Malies Augen hättet ihr sehen sollen, sie gleichen denen eines kleinen Kindes an Heiligabend. Egal wie oft ich schon hier war, dieser Teil von Tokyo flasht mich immer wieder aufs Neue. Es ist wahnsinnig laut und schrill hier, das alles ist so unwirklich. Freizügige Manga Figuren an den Häusern, ein Sex Shop mitten am Weg, hier und dort eine Maid... Verrückt, einfach nur verrückt! Vielleicht kann sich der ein oder andere noch an meinen unabsichtlichen Besuch im Sex Shop von 2013 erinnern, wenn nicht, dann könnt ihr das alles HIER nachlesen. Damals hatte ich gedacht, dass hier Perücken und Maid Kleider verkauft werden - in der fünften Etage bin ich dann, nachdem ich nichts von beidem gefunden hatte, umgekehrt. Diesmal sind Malie und ich bis hoch in den sechsten Stock gegangen und siehe da, Wigs und Maid Kleider so weit das Auge reicht! Etwas aufreizender und knapper als in anderen Stores zwar, aber für uns völlig okay. Wir dürfen die Sachen sogar probieren! Der Herr an der Kasse packt unsere Einkäufe in eine Tüte, diese stellt er dann in eine braune Papiertasche, damit niemand draußen sieht, wo wir eingekauft haben - genial! Wir erkunden natürlich auch die anderen Stockwerke und wissen meistens gar nicht, was das alles für Sachen sind, aber vielleicht wollen wir das auch gar nicht xD Wir sind jedenfalls nicht die einzigen Touristen, die sich hierhin verirrt haben.










Danach steuern wir einen mehrstöckigen Club Sega an, denn solange die Haare noch gut aussehen, müssen Puris gemacht werden! Bei vielen Puri Anbietern kann man Cosplays ausleihen und sich vor Ort umziehen, so wie wir das bereits gestern in Yokohama gemacht haben. Wir entscheiden uns aber dafür, unsere neuen Errungenschaften aus dem Sex Shop anzuziehen und gehen in die Umkleiden. In diesem Club Sega gibt es sogar eine "Girls only area", die, welch Überraschung, nicht von Männern betreten werden darf. Als wir nach all dem Styling an einem geeigneten Puri Automaten ankommen, sehe ich vorsichtig unter dem Vorhang durch. Da keine Füße zu erkennen sind, öffne ich den Vorhang ein Stück und BÄM XD da hat wohl jemand die girls only area missachtet und jo xD natürlich ziehe ich den Vorhang schnell wieder zu und drehe mich zu Malie um. Oh Mann, die Maschine hat sogar Fotos gemacht - wer will den solche, äh, intimen Puris haben? Und ich will nicht wissen, wie die dann aussehen xD Mensch Kinder, das war ganz schön awkward! Aber wahrscheinlich war die Situation für das Pärchen noch viel peinlicher als für uns. Wie auch immer xD





Nach diesem interessanten Puri-Vorfall, und nachdem wir endlich auch selbst welche gemacht haben, gehen wir in Richtung Manga Store. Ich entlasse Malie in ein siebenstöckiges Gebäude aus ihren wildesten Fantasien und vertreibe mir die Zeit, wer hätt's gedacht, bei Starbucks und in der Smoking Area. Irgendwann schreibt mir Malie auf WhatsApp, dass ich doch bitte kommen solle, weil sie gerne in den Hentai Stock möchte, aber sich alleine nicht traut xD Ich eile ihr zu Hilfe und wir gehen hoch. Da sind wir 22 & 23 Jahre alt, aber bei gezeichneten Brüsten werden wir beide rot und fangen an zu kichern. Bin ich froh, dass Malie in gewissen Situationen genauso unreif ist wie ich ^^









Malie möchte unbedingt mal ein Maid Café von innen sehen, und so machen wir uns auf den Weg zu Maidreamin. Da war ich bereits im vorigen Jahr und ich weiß also, was auf uns zukommen wird. Als wir rein kommen, läuft gerade die Show, die dieses Mal nicht so cool ist, wie damals. Wahrscheinlich weil der Song nicht von AKB48 ist xD Wir werden zu einem Tisch gebeten und eine der Maids kommt zu uns her. Sie bringt uns eine elektrische Kerze und labert irgendwas von wegen Zauberei und Prinzessinnen. Wir sollen gemeinsam von drei runter zählen, und wow, als wir bei eins angekommen sind leuchtet die Kerze plötzlich auf, die Maid applaudiert, wir sind verwirrt. Ja, das war halt unsere Zauberkraft, wie uns gesagt wird. Nachdem wir nicht vor haben, unser gesamtes Geld hier drinnen zu verschleudern, bestellen wir nur ein Glas Umeshu, denn das ist auch schon teuer genug. Da kommt außerdem noch die Tischgebühr für eine Stunde hinzu und das läppert sich dann schon ordentlich. Wir sehen uns eigentlich nur im Café um, analysieren die Gäste, und sind erleichtert, als wir sehen, dass all die anderen Touristen genau so verwirrt zu sein scheinen wie wir. Ein älterer, betrunkener Japaner betritt das Café und die Maids rufen ihm zu. Nach längerer Beobachtung stellt sich heraus, dass der Herr hier Stammkunde ist, und die Maids schon genau wissen, was er bestellt. Sie kennen sogar seinen Namen O.o Jedem das seine, ohne Frage, aber es schockiert mich trotzdem, dass es Leute gibt, die hier häufiger rein kommen. Merken die nicht, dass es der Job der Maids ist, kawaii/hot/freundlich zu sein, oder stören die sich nicht dran? Malie und ich sind uns zum Glück einig, wir finden das alles so erzwungen und gehen zur Kasse, noch bevor die Stunde um ist.


Nachdem unsere Mägen mittlerweile auch schon ordentlich knurren machen wir uns auf den Weg zurück ins Hotel. Wir haben vor, unterwegs etwas zu essen, da ohnehin viele Restaurants auf dem Weg liegen. Als wir von draußen unentschlossen auf die Speisekarte blicken bittet uns ein Mann herein. Er öffnet die Schiebetür und wir trauen uns gar nicht mehr, nicht einzutreten. Best decision so far! Wie schon gestern müssen wir auch heute an einem Automaten das gewünschte Gericht bestellen. Immer diese Qual der Wahl, vor allem wenn man nichts versteht und einfach nach Gefühl wählen muss. Wir drücken einfach irgendwas und nehmen Platz, wird schon schmecken. Das Restaurant bietet Platz für maximal 10 Gäste, an der Theke entlang sind Sitzplätze und um die Ecke noch ein kleiner Tisch. Richtig Japanisch einfach, saucool! Nach nicht einmal zehn Minuten wird unser Essen serviert - die Portionen sind riesig und die Suppe sieht wahnsinnig lecker aus. Wie überall kann man noch nachwürzen, mit Knoblauch und Pfeffer peppe ich das ganze noch etwas auf und ahhhh, ich glaub ich hab noch nie etwas soooo tolles gegessen! Malie schubst ihre Scheibe Rindfleisch in meine Schüssel und holt sich dafür mein Ei - guter Deal. Meine Portion ist ziemlich scharf, Malies eher neutral. Wir essen so lange, bis wir fast platzen. Der Inhaber winkt uns noch einmal zu und wir brechen auf in Richtung Hotel.



Erkenntnis des Tages
Japanische Männer tragen Handtaschen. Das klingt vielleicht erstmal nicht so außergewöhnlich, auch in Europa gibt es Männer-Handtaschen zum Umhängen, nicht wahr? Aber die meisten Japaner, die wir sehen, tragen wirkliche Handtaschen. HANDTASCHEN. Erst dachten wir, dass die die Tasche ihrer Frau/Freundin halten, aber wir wurden eines Besseren belehrt. Klar, Handtaschen sind super praktisch und mir tun Männer wirklich in vielen Fällen leid, dass sie keine tragen können, weil's einfach hierzulande nicht "in" ist. Aber es sieht einfach doof gewöhnungsbedürftig aus, wenn unzählige Salarymen jeden Alters mit einer LV unterm Arm an dir vorbeilaufen XD

Frage des Tages
Warum zum Teufel sind wir nicht früher in dieses Ramen Restaurant gegangen, WARUM??????





Freitag, 30. Januar 2015

Annoying Japan #1

Wie oft höre ich, und vor allem, wie oft sage ich selbst "wie kann man dieses Land denn nicht lieben?" - und wie mir zu Ohren gekommen ist, glauben manche von euch, dass ich einfach alles an Japan toll finde und vergöttere. Das stimmt aber keineswegs! In dieser mehrteiligen Reihe beschäftige ich mich mit Dingen, die einen an Japan richtig (oder doch  nur ein bisschen) nerven können - das Land aber einfach zu dem machen, was es ist.

ACHTUNG! Dieser Artikel enthält Spuren von Sarkasmus!
Manche der folgenden Punkte betreffen Reisende (so auch mich) eigentlich überhaupt nicht - aber ich lese viele Blogs von Europäern, die in Japan leben, und konnte aus deren Erfahrungsberichten einige Dinge herauslesen, die wohl jeden Gaijin an Japan nerven. Manche Punkte sind bewusst etwas übertrieben dargestellt, also nehmt meine Formulierungen bitte nicht allzu ernst ;)



1. HÖFLICHKEIT

Bereits kurz nach der Landung in Japan fragt man sich, wo man hier gestrandet ist. Es ist 07:00 morgens und die Mitarbeiter am Flughafen grinsen wie verrückt und verbeugen sich um die Wette, und das, obwohl Montag ist! Wen immer ihr nach dem Weg fragt, er wird höflich sein, völlig egal ob ihr ihm auf den Sack geht oder nicht! Es ist wirklich schön, so von Fremden behandelt zu werden, ohne Zweifel, aber nach spätestens zwei Wochen der unermüdlichen Höflichkeit hat man als Europäer einfach genug und vermisst den (teilweise) forschen Umgangston, der bei uns alltäglich ist - ich zumindest. "Die hat was gegen freundliche/höfliche Leute? Komisches Mädel" werden sich manche wahrscheinlich denken. Aber ich kann euch versichern, dass auch ihr sauer wärt, wenn die Leute lächeln und nicken, anstatt euch ihre Meinung ganz unverblümt ins Gesicht zu sagen. So.



2. WERBUNG

Eine weitere Sache, die einem gleich am ersten Tag auffallen wird, ist die Werbung. Klar, Werbung nervt jeden und zwar völlig unabhängig von Sprache oder Art des Werbemittels. Aber in Japan, da ist alles anders, zumindest in Tokyo. Werbeplakate und vor allem schrille und bunte Leuchtreklamen lenken unsere Aufmerksamkeit auf sich, während wir einfach nur gemütlich durch Shibuya spazieren möchten, und das auf wirklich aufdringliche und nervige Art und Weise. Naja, zum gemütlichen Spazieren ist Shibuya ohnehin der falsche Ort, aber ihr versteht schon was ich meine.



3. PRETTY GIRLS

Wohin man in Japan auch geht, überall sieht man schöne Mädchen und Frauen. Kleine, zierliche Japanerinnen mit makellosem Gesicht und wunderschönem Haar - das Outfit ist mehr als trendy und betont die wahnsinns Figur - da kann man als Europäerin schon mal neidisch werden. Auch die Damen über 40 sehen sehr oft noch unglaublich gut aus für ihr Alter - da fragt man sich, was wohl deren Geheimnis ist. Eine Sache beruhigt mich aber - viele Japanerinnen sind auf den zweiten Blick dann doch nicht mehr ganz so schön, denn wenn die Japaner eines haben, dann sind es schiefe Zähne, und das kann einen noch so hübschen Menschen ziemlich entstellen, finde ich.



4. VORSCHRIFTEN

Überall auf der Welt gilt es Vorschriften zu befolgen, aber wie so oft setzt Japan da einen drauf! Eigentlich gibt es für alles eine Regel, und die Japaner leben auch größtenteils in (mehr oder weniger) strikter Einhaltung dieser. Als Europäer fühlt man sich dann schon ein wenig unter Druck gesetzt, weil die meisten Vorschriften für uns nicht selbstverständlich sind, und man sich erst einmal mit den japanischen Gepflogenheiten vertraut machen muss. Da wir aber aufgrund unseres Aussehens sofort als Gaijin auffallen, wird uns verziehen, wenn wir uns nicht in japanischer Manier verhalten. Trotzdem gilt: wer in Japan leben will, der sollte sich anpassen, um gesellschaftlich akzeptiert zu werden - aber das ist ja überall so, oder?



5. ANIME/MANGA

Anime & Manga - ein Boom, der auch Europa bereits vor Jahren erreicht hat. Viele fliegen alleine deshalb nach Japan, um sich zu vergewissern, dass man tatsächlich an fast jeder Ecke einen Charakter aus Pokémon, Sailor Moon oder Ähnlichem entdecken kann. Viele Produkte werden mit beliebten Anime Charakteren beworben und gerade in Akihabara wird das Herz jedes Otakus höher schlagen. Aber ist das auf Dauer nicht nervig, von einem Pikachu Maskottchen zum Kauf animiert zu werden? Auch wenn es eine Zeit lang sicher spannend ist, denke ich, dass ich dann doch bald zu viel von dem ganzen Anime/Manga Kram hätte, aber wer weiß.


Bildquellen
Bild 1 - http://drupal.in-cdn.net/cdn/article/public/taxation_and_office_etiquette_in_japan.jpg
Bild 3 - http://images6.fanpop.com/image/photos/35200000/AKB48-3-unohana-the-fanpop-user-35259649-1600-900.jpg

Sonntag, 6. April 2014

Enttäuschungen


Hallo ihr Lieben :)

Der Post ließ jetzt ziemlich lange auf sich warten, aber ich habe einfach nicht die richtigen Worte gefunden, um alles so auszudrücken, wie ich es meine.
Nun möchte ich euch gerne erzählen, was mich an Japan schlussendlich so enttäuscht hat...
Wahrscheinlich findet ihr nämlich, dass die Schilderungen meiner Reise gar nicht so negativ klingen, oder?
Und vielleicht fragt ihr euch, was ich denn noch auszusetzten habe, wenn doch eh alles so gut gelaufen ist?
Die Antworten bekommt ihr, wenn ihr geduldig genug seid, um alles zu lesen :)

Gleich zu Anfang: ich habe die Reiseberichte 3 Monate nach meiner Rückkehr verfasst, und mittlerweile ist ein bisschen Gras über die ganze Sache gewachsen - ich sehe die Dinge also etwas anders als zuvor.
Natürlich habe ich mich sehr genau an meine Notizen, die ich in Tokyo gemacht habe, gehalten, jedoch habe ich den ein oder anderen Wutausbruch dann doch nicht in Worte gefasst.


1. Das Heimweh
Seit ich denken kann, habe ich Heimweh - für mich ist es einfach schrecklich, nicht in meiner gewohnten Umgebung zu sein, auch wenn ich mir sehr wünsche, mich an fremden Orten auch wohl zu fühlen.
Auch wenn ich eigentlich vor hatte, in Japan etwas mehr zu mir selbst zu finden, war (zumindest mir) von vorne herein klar, dass ich das nicht so ganz umsetzen kann, wie erhofft.
Auch wenn ich es manchmal verdränge, ich bin einfach kein Mensch, der alleine sein kann.
Eine Eigenschaft, an der ich mit 22 Jahren wirklich langsam arbeiten sollte, und das tue ich auch, denn ich kann mich schließlich nicht mein gesamtes Leben lang so stark an alles Gewohnte klammern - irgendwann muss auch mal gut sein :)

2. Die Japaner
In unzähligen Blogs habe ich darüber gelesen, wie freundlich die Japaner sein sollen, und dass sie einem auch ohne Aufforderung sofort helfen, wenn man sichtlich verwirrt in der Shibuya Station steht.
Auch dass vor allem die jungen Leute viel Interesse an Ausländern zeigen und Kontakte knüpfen wollen, ist mir ganz und gar nicht aufgefallen.
Vielleicht lag es auch an meinen orangen Haaren und dem Septum, aber wenn ich an die Leute in Harajuku denke, dann verstehe ich nicht, was an mir so abnormal sein soll.
Leider musste ich feststellen, dass die meisten Japaner, die ich um Hilfe gebeten habe, mit den Worten "English? No, no" davongelaufen sind.
In der U-Bahn waren die Plätze links und rechts neben mir leer, egal wie voll die Bahn auch war, und das habe ich als sehr unangenehm und auch irgendwie verletzend empfunden, vor allem wie ich angestarrt wurde.
Wahrscheinlich wäre mir das nicht so sehr aufgefallen, wäre ich mit einer anderen Person gereist - man redet halt schließlich miteinander und achtet nicht so sehr auf seine Umgebung.
Was ich mir nicht erklären kann ist, dass vor allem ältere Menschen (so um die 60-70) versucht haben, mir zu helfen, auch wenn deren Englisch noch wundersamer ist, als das der jungen Leute.
Mein Freund hat mich dann aber auf eine sehr simple Theorie gebracht.
Wenn ich beispielsweise am Westbahnhof in Wien nach dem Weg frage, werden sich weniger Leute dazu bereit erklären, mir zu helfen, als in einer kleinen Stadt - auch wenn die Leute hier vielleicht gar nicht bis wenig Englisch können, da die Menschen einfach herzlicher und nicht so gestresst sind.
Hätte ich einen täglichen Weg von 2 Stunden zur Arbeit und selbigen dann abends wieder retour, würde ich wahrscheinlich auch nicht mehr genügend Nerven übrig haben, um jemand den Weg zu zeigen, in einer Sprache, die ich ohnehin nur sehr schlecht spreche - angeborene Höflichkeit hin oder her.


3. Die Sprache
Ursprünglich wollte ich ja damit anfangen, konsequent Japanisch zu lernen, um mich besser mit den Leuten unterhalten zu können.
Seit meiner Rundreise vor mittlerweile 8 Jahren habe ich davon geträumt, zurück nach Japan zu kommen und auch mein Japanisch unter Beweis zu stellen.
Spätestens im Flugzeug hat es mich dann sehr geärgert, dass mein Wortschatz nur aus "konnichiwa" und "sayonara" besteht - reine Faulheit, denn ich bin sprachlich sehr begabt und ich hätte es in den 8 Jahren bestimmt leicht geschafft, mehr oder weniger fließend Japanisch zu sprechen.
Im Dezember konnte ich auch noch nicht wissen, dass sich mir so bald wieder die Chance bieten würde, nach Tokyo zu fliegen, und so waren die Träume vom Japanisch-Sprechen fürs erste zerstört, und ich war selbst daran schuld, was mich wahrscheinlich am meisten geärgert hat.
Ich liebe den Klang von Japanisch - und ich denke, dass mich die Tatsache, keine kleinen Erfolgserlebnisse im Verstehen oder Sprechen zu haben, mehr gestört hat, als die fremde Sprache um mich herum.
Ich bin mir außerdem ziemlich ignorant (irgendwie nicht das richtige Wort...) vorgekommen, weil ich meiner Freundin Reine erzählt habe, wie sehr ich Japan liebe und wie lange ich mich schon damit beschäftige, und dann doch einfach zu faul war, zumindest ein paar einfache Sätze zu lernen.


4. Die hohen Erwartungen
Ein sehr ausschlaggebender Punkt, finde ich.
Nach Digimon, Dragonball, Sailor Moon und vielen anderen Serien bildet sich nach und nach eine Meinung zu Japan, ob bewusst oder unbewusst.
In diesen Serien werden Realität und Fiktion so stark miteinander verknüpft, dass man als Kind zwar (vielleicht) einen Unterschied erkennt, das Unterbewusstsein jedoch beide Faktoren als Einen verarbeitet.
Studio Ghibli setzt noch einen drauf und stellt das ganze Land dann als noch mystischer und wundersamer dar, als es eigentlich ist, zumindest in Chihiros Reise ins Zauberland und Prinzessin Mononoke.
Natürlich weiß ich, dass in Japan keine Pokémon herumrennen oder Ähnliches, aber trotzdem sitzt ganz tief in mir eine Vorstellung von diesem Inselstaat, die ich seit Kindestagen mit mir herumtrage.
Meine Mama hat gemeint, dass ich nun erwachsen sei und mich halt damit abfinden müsse, dass das alles doch nicht so ist, wie ich dachte.
Aber ich kann mich einfach nicht damit abfinden, dass ich das alles mit 14 Jahren noch als so wundersam und einzigartig empfunden habe, und jetzt nicht mehr.
Ich will das auch jetzt nicht einsehen, denn mittlerweile habe ich meine eigenen Antworten gefunden.
Wenn ich mich recht erinnere, hat mich Tokyo 2006 wenig begeistert, zumindest was das "alte, spirituelle" Japan angeht.
Natürlich war die Stadt auch damals schon der Knaller und nicht viele Großstädte können mit der Vielfalt Tokyos mithalten.
Was mich damals am meisten berührt hat, war definitiv Kyoto mit seinen verwinkelten Gassen, das ursprüngliche Bergdorf Takayama und last but not least: die Insel Miyajima vor Hiroshima, deren Schönheit ich kaum in Worte fassen kann.
DAS ist das Japan, so wie ich es mit immer vorgestellt habe, und ein eher enttäuschender Aufenthalt in Tokyo kann daran nichts ändern, hoffe ich zumindest.
Ich bin mir diesmal auch darüber im Klaren, dass ich nach TOKYO fliege, und nicht in irgendeinen spirituelleren Ort in Japan.
Wahrscheinlich haben die Jahre voller Sehnsucht meine Vorstellungen zu sehr beeinflusst, und ich arbeite mit Hochdruck daran, diesmal alles etwas weniger naiv zu sehen.
Also drückt mir die Daumen (^o^)


5. Die Jahreszeit
Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass die Jahreszeit etwas zu meinem Missfallen an Japan beigetragen hat.
Wenn ihr das Wort Japan hört, woran denkt ihr dann?
Also ich denke an rote Tempel, den Fuji, Anime und Kirschblüten.
Natürlich wusste ich, dass der Dezember nicht der beste Monat ist, um nach Tokyo zu fliegen, und ich wusste auch, dass es um diese Jahreszeit keine blühenden Kirschbäume gibt - leider war der Flug halt nur in diesem Zeitraum so günstig und meine Sehnsucht sehr groß.
Auch wenn ich ziemlich überrascht von dem herbstlichen Wetter war, war es trotzdem nicht die beste Jahreszeit für mich.
Diesen Punkt finde ich nur wenig ausschlaggebend, doch meiner Ansicht nach ist die "falsche" Jahreszeit der Punkt, der das sehr volle Fass dann doch zum Überlaufen brachte.


Vielleicht gibt es unter euch auch jemanden, der in Japan war und enttäuscht wurde.
Und vielleicht wird es irgendjemandem von euch auch mal so oder so ähnlich gehen wie mir.
Deshalb hoffe ich, einigen mit diesem Post weiterzuhelfen, oder euch einfach nach langem auf-die-Folter-spannen endlich zu erklären, was mich dann schlussendlich gestört hat.

Ich freue mich unendlich darauf, im Mai gemeinsam mit meinem Freund die Stadt Tokyo erkunden zu können, denn ich bin dieses Mal nicht alleine und die Jahreszeit ist auch eine bessere.
Einerseits bin ich sehr traurig, dass mir Japan (zumindest Tokyo) gezeigt hat, wie es wirklich ist, und ich mich deshalb gegen ein Japanologie-Studium entschieden habe - aber andererseits bin ich froh, das jetzt gesehen zu haben, und nicht erst im vierten Semester beim Auslandsjahr - kurz vor Studienabschluss.
Ich bin nun trotzdem schon fleißig am Japanisch-Lernen, kann schon fast alle Hiragana lesen und befasse mich sehr intensiv mit der Grammatik, damit ich diesmal auch wirklich einige kleine Erfolgserlebnisse habe, und sei es, dass ich nach einer Toilette fragen kann (ja, das Wichtigste lernt man zuerst xD).
Zwar erwische ich mich oft wieder dabei, wie ich Japan in übertriebenem Ausmaß vergöttere, aber ich bin zuversichtlich, dass ich dieses Mal nicht enttäuscht werde, weil ich jetzt weiß, was mich erwartet.

Diesen Post zu verfassen ist mir sehr schwer gefallen.
Ich öffne mich vor all meinen Lesern, wie ich mich nicht einmal vor meiner Familie geöffnet habe.
Aber der erste Schritt zur Besserung ist bekanntlich die Einsicht :)



Montag, 17. März 2014

Pokémon Center und japanische Banken

Dienstag, 10.12.2013

Mein vorletzter Tag in Tokyo bricht an.
Per LINE Messenger verabrede ich mich mit Reina um 16:00 am Pokémon Center (klingt irgendwie surreal ^o^).
Als ich aufwache, begrüßt mich ein koreanisches Mädchen, Gemma, das seit gestern Nacht im Hostel ist.
Gemma geht mit mir eine rauchen und erzählt mir in noch schlechterem Englisch als dem der Japaner, dass sie schon einmal in Wien war und bald wieder kommt.
Ich sage ihr, dass ich heute zum Pokémon Center fahre, und frage, ob sie mitkommen möchte, aber sie fährt nach Yokohama.
Bevor ich los muss, addet sie mich noch schnell auf Facebook.

Zu allererst will ich zur Bank, ich möchte noch einige Souvenirs kaufen und sollte dazu noch ein paar Euro in Yen wechseln.
Bereits am Sonntag hatte ich Reina gefragt, wie ich denn eine Bank in Tokyo erkennen kann, und da wir zufällig gerade an einer vorbei gelaufen sind, hat sie mir empfohlen, einfach die Kanji für "Bank" ab zu fotografieren - "because, you know, japanese people poor Engrish".
Ein sehr guter Rat wie sich heute herausstellt, denn egal wen ich frage, keiner kann mir weiterhelfen, nicht einmal als ich einen Euro und einen Yen Schein zur Veranschaulichung von "money exchange" in Händen halte.
So ist das hier mit dem Englisch, man glaubt es nicht bis man es selbst erlebt hat!
Nachdem ich eine Zeit lang mit den Kanji für "Bank" am Handy durch Asakusas Straßen irre, werde ich endlich fündig.

Bank ^^


Ich gehe hinein und kenne mich erstmal gar nicht aus, alle Leute sitzen auf bequem aussehenden Leder-Stühlen und lesen Zeitung. Ja richtig, lesen Zeitung.
Eine Mitarbeiterin kommt auf mich zu und erklärt mir in gebrochenem Englisch, wie das alles so läuft in einer japanischen Bank.
An einem Automaten muss ich ein Ticket mit einer Nummer drauf ziehen, dann soll ich mich hinsetzen und warten, bis meine Nummer an einem der Schalter aufleuchtet.
In meinem Fall geht das sehr schnell, es sieht so aus, als hätte die komplette Bank den Mitarbeiter mit dem besten Englisch ausfindig gemacht, um dem Gaijin zu helfen. Sehr löblich :)
Ein älterer Herr geht mit mir, merklich angestrengt, die ganze Prozedur durch und ich bekomme nach etwa 20 Minuten endlich die paar Yen, die ich haben wollte.
Da das mit dem Geld nun geklärt ist, mache ich mich auf den Weg zum Pokémon Center (3 Stunden früher als abgemacht, aber das ist mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst).

Zur U-Bahn schlendernd kommt mir schreiend ein Mann mittleren Alters mit den Worten "WAIT! STOP! YOU LOOK EUROPEAN!" entgegen.
Ich bleibe stehen und er fragt mich, ob ich Englisch spreche und ihm und seinen drei Begleitern vielleicht dabei helfen kann, zu einer U-Bahn Station zu gelangen.
Da ich gerade selbst unterwegs zur Tawaramachi Station bin, nehme ich sie mit.
Die zwei portugiesischen Pärchen erzählen mir, dass sie erst gestern in Tokyo angekommen sind und nicht gedacht hätten, dass man mit Englisch hier nicht weit kommt.
Es ist ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass es hier nicht nur mir so geht.

Als ich schließlich in der Bahn sitze, bemerke ich, dass es erst 13:00 ist, und ich ärgere mich, weil ich nicht weiß, was ich mit der Zeit alleine anfangen soll.
Ich steige also spontan in Ueno aus und sehe mir die Gegend an.
An einem riesigen Zebrastreifen stehen einige Japaner, die zögernd zur Ampel sehen und dann tatsächlich bei rot die Straße überqueren, dazu ertönt, ohne Witz, "gonna fly now" aus Rocky Balboa.
Ein wunderbares Bild, ein paar badass Japaner und dazu die badass Musik schlechthin, ich muss lachen.
In Ueno kaufe ich mir das obligatorische "I <3 Japan" Shirt und bin ziemlich genervt, weil ich mir im Ghibli Store nichts leisten kann.
Da steht doch tatsächlich eine Nachbaut des Badehauses aus Chihiros Reise ins Zauberland!!!
Um 500.000 Yen (3545 Euro) jedoch leider unleistbar, Mist.

Irgendwann fahre ich dann einfach los nach Hamamatsucho, und verlasse die Station am, wie sollte es auch anders sein, falschen Ausgang.
Ich bin umgeben von Wolkenkratzern und in der Ferne kann ich den Tokyo Tower sehen.
Da ich ja nicht in Eile bin, genieße ich die Umgebung - es ist nach diesen paar Tagen immer noch unwirklich, hier zu sein.
Vor dem Pokémon Center warte ich auf Reina, und wir gehen rein.
Ein Kindheitstraum, der sich mir gerade erfüllt!
Ich kaufe einige Mitbringsel und ein Plüsch Pikachu für mich :3
Bevor wir zum Tokyo Tower gehen, halten wir am Zojoji Schrein, wo gerade eine buddhistische Zeremonie stattfindet.
Es ist wunderschön ("soo beautiful") den Mönchen zuzusehen, solch eine Ehre am letzten Abend, wirklich ergreifend.
Wir fahren noch einmal nach Harajuku und essen gemeinsam, dann mache ich mich langsam auf den Weg zurück ins Hostel, schließlich muss ich noch packen.
Mit einem letzten Asahi Bier lasse ich den Abend ausklingen und gehe früh ins Bett.

Kuriosität #7
Japanische Banken. Die wartenden Leute scheinen keine Eile zu haben, sie sitzen alle seelenruhig da und warten. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie Europäer sich in einer solchen Situation verhalten würden. Wieder einmal beeindruckt mich die Disziplin der Japaner.

Freitag, 14. März 2014

Akihabara & what the hell?!

Montag, 09.12.2013

Heute mache ich mich alleine auf den Weg nach Akihabara.
Ich wähle natürlich den umständlichsten Weg, und als ich an der U-Bahn Station aussteige, sehe ich erstmal... nichts, nichts das auch nur annähernd etwas mit meiner Vorstellung von Akihabara zu tun hat.
Nach langem Herumirren gehe ich in einen Starbucks und frage eine Angestellte, wo ich denn Anime Shops finden kann.
Sie holt noch eine weitere Mitarbeiterin hinzu und zu zweit versuchen sie, mir zu erklären, wohin ich gehen muss.
Auf meinen Kaffee (Medium Café Latte um 375 Yen sprich 2,60 Euro!!!) malen die beiden ein Herz, total süß - wahrscheinlich haben sie einfach nur meinen Namen nicht verstanden, aber was soll's :)

Hier sieht's schon eher nach Akihabara aus!


Als ich aus der Unterführung komme, bleibe ich erstmal stehen.
Japan ist einfach so verrückt, ich bin aufs Neue überrascht.
Am besten lasse ich hier nun einfach die Bilder für sich sprechen.





Zu allererst laufe ich in einen Laden, in dem Spielkarten verkauft werden.
Auf die Frage, ob es auch Yu-Gi-Oh Karten gibt, lotst mich der freundliche Verkäufer in einen Lift, mit dem ich bis in den dritten Stock fahren soll.
Als ich aussteige, fühle ich mich gleich mal so richtig falsch hier, haufenweise Jungs, die mich verwundert ansehen.
Nicht nur, dass eine weibliche Person diese Nerd-Festung betreten hat, nein, dann ist sie auch noch ein Gaijin!
Ich kaufe ein paar (ziiiiiiemlich teure) Karten für meinen Freund und sehe zu, dass ich so schnell wie möglich wieder hier raus komme.
Eigentlich hatte ich gehofft, in den Läden auch Death Note oder Dragonball Fanstuff zu finden, aber da habe ich mich getäuscht.
Es gibt zwar Unmengen an Anime Kram, aber fast nichts, das ich kenne, ziemlich frustrierend.
Schließlich stehe ich vor einem Gebäude, in dem es Perücken und Schuluniformen zu geben scheint (!), also gehe ich rein.
Ich wundere mich, dass nur Männer hier drin sind, und Cosplay Kram kann ich auch nicht finden, also gehe ich weiter hoch.
In der fünften Etage dämmert mir langsam, wo ich hier gelandet bin, und als ich mich genauer umsehe, bemerke ich, dass ich tatsächlich in einem Sex Shop bin!!!
Die Leute sehen mich auch ganz komisch an, ich begebe mich auf schnellstem Weg nach draußen.
Things have been seen, cannot be re-seen...
Nachdem ich immer noch nichts gefunden habe, das ich kenne, gehe ich in einen Duty-free Shop und kaufe erst einmal Souvenirs.
Irgendwie habe ich mir das hier anders vorgestellt.
Ich habe Hunger und gehe zu McDonald's, sogar dort sind die Angestellten verdammt freundlich!

Lieferservice? Wie geil!

Nach dem Essen fahre ich wieder zurück nach Asakusa und beschließe, noch einmal zum Senso-ji zu gehen.
Diesmal sind fast keine Leute mehr hier, es ist so schön ruhig und spirituell, wunderschön einfach.
Mit Soundtracks von Prinzessin Mononoke, Chihiros Reise ins Zauberland und ein paar Songs von Meiko Kaji (Kill Bill Soundtrack) im Ohr, spaziere ich durch die gewaltige Tempelanlage, ich bin verzaubert.
DAS ist das Japan, wie ich es in Erinnerung hatte, das Japan, so wie es in den vielen Ghibli Filmen dargestellt wird.







Kuriosität #6
Akihabara. Alles ist so laut und verrückt, überall stehen Maids die einem Einladungen für Maid Cafés in die Hand drücken. Sexshops, in denen großteils alte Männer stehen, Läden, die man nur mit einem Lift und nicht über Treppen erreichen kann.

Montag, 11. November 2013

Warum Japan?

Hallo ihr Lieben :3

In diesem Post werde ich euch erzählen, wie ich ausgerechnet auf Japan gekommen bin, warum ich mich so in dieses Land verliebt habe, und was mir so sehr daran gefällt.
Ich kann mich nicht genau erinnern, wie das alles angefangen hat, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Sailor Moon, Pokémon etc. dazu beigetragen haben, für dieses weit entfernte, so fremde Land mit außerordentlich begabten Zeichnern und köstlichem Essen Interesse in mir zu entwickeln - Interesse, von dessen Ausmaß und Einfluss auf mein Leben ich damals nie zu träumen gewagt hätte.

Seit ich zehn Jahre alt bin vergeht in meinem Leben kein Tag, an dem ich mich nicht mit Japan beschäftige.
Schon damals habe ich zu Weihnachten und Geburtstagen wunderschöne Bildbände und Sachbücher bekommen, die ich sprichwörtlich verschlungen habe.
Ich war fasziniert von dieser völlig anderen Kultur, die mir damals wie eine andere Welt vorkam.
Wahrscheinlich hätte ich mich auch in ein anderes fernes Land so sehr verlieben können, hätte man mich darauf aufmerksam gemacht, in einem Alter, in dem man bisher nur sein Heimatland und eventuell ein paar Strände an der italienischen Adriaküste als Horizont vor Augen hatte.
Bei mir war es eben Japan - und ich wage zu behaupten, dass es wohl wenige Länder auf dieser Erde gibt, in denen die Einheimischen auch noch im 21. Jahrhundert eine solch unverwechselbare Kultur mit so viel Verbindung zur Vergangenheit ausleben.
Was mich besonders an Japan fasziniert, sind die unzähligen Tempel und Schreine mit den wunderschönen Dächern, die Höflichkeit der Japaner, das vielfältige Essen und die Tatsache, dass man in jeder noch so modernen japanischen Stadt nur ein paar Straßen weiter gehen muss, um in einer ruhigen, besinnlichen Tempelanlage zu stehen.

Damals hatte ich wenige Freunde - ich verbrachte den Großteil meiner Wochenenden damit, meine Bildbände durchzublättern, Serien wie Digimon, Dragonball, One Piece usw. zu schauen oder mich von Studio Ghibli Filmen verzaubern zu lassen.
Mit zwölf Jahren lernte ich auf *japan-guide.com ein japanisches Mädchen kennen, mit dem ich über lange Zeit einen sehr engen Brief- und Skypekontakt hielt.
Leider ist der Kontakt irgendwann abgebrochen, ihre E-Mail Adresse ist nicht mehr gültig und ich habe nach langer Suche die Hoffnung, dass sie in irgendeinem sozialen Netzwerk aktiv ist, aufgegeben.

Japan war damals ein Reiseziel, das noch niemand in meinem Bekanntenkreis je bereist hatte, und ich wollte mir auch gar nicht ausmalen, wie teuer so eine Reise wohl sein könnte, ich hatte mich irgendwie damit abgefunden, erst nach Japan zu reisen, wenn ich selbst einmal viel Geld verdiene.
Das Schicksal hatte wohl andere Pläne mit mir und 2006 nahmen meine Mutter, mein Stiefvater, seine Tochter und ich an einer 12-tägigen Japan Reise von Studiosus teil.
Die Route führte uns von Fukuoka über Kitakyushu, Himeji, Miyajima, Hiroshima, Kyoto und Takayama bis nach Tokyo, von wo aus wir nach einigen wunderbaren Tagen die Heimreise antraten.
In Japan zu sein bedeutete mir trotz meines jungen Alters von 14 Jahren alles, jedes Detail, das die Reiseleiterin erwähnte, machte mich noch wissbegieriger, jeder Tempel, den ich betrat, ließ meine Liebe zu Japan stetig wachsen.
Der Reise als Solches möchte ich gerne einen separaten Post widmen, da ich sehr viel darüber erzählen und mich nicht nur auf einige besonders spannende Dinge konzentrieren möchte.
Es mag sich verrückt anhören, aber alleine schon die Tatsache, auf japanischem Boden zu stehen, machte mich so unglaublich glücklich, und löste in mir ein Gefühl aus, das ich nicht zu beschreiben vermag, und seither auch nie wieder empfunden habe.
Ja, Japan fühlt sich anders an als Österreich oder Deutschland oder all die anderen Länder, die ich bisher bereist habe, es ist ein magisches Gefühl, etwa so, wie es in den Studio Ghibli Filmen vermittelt wird.

Mich würde es sehr interessieren, wie die Japan Fans unter euch auf dieses Land gekommen sind, was euch daran gefällt und/oder was es für euch zu etwas so Besonderem macht :3


Mata ne!



*Eine wirklich sehr empfehlenswerte Website für alle Japan Interessenten. Man kann dort Unmengen von Informationen über das gesamte Land einholen und auch viele Japaner in allen Altersklassen kennen lernen.