Freitag, 20. Juni 2014

Tokyo Diary - Schlussplädoyer

Die Reiseberichte sind nun alle durch, das heißt aber noch lange nicht, dass hier Schluss ist!
"Was will sie denn jetzt noch?" werdet ihr euch vielleicht fragen.
Hier möchte ich abschließend noch einige Dinge aufschreiben, die mir bezüglich Japan im Kopf herumschwirren und die ich gerne mit euch teilen möchte.
In naher Zukunft werden Posts über lustige/schöne Begegnungen, einzelne Stadtteile von Tokyo und auch Posts über so manche Kuriosität folgen, ich hoffe, ihr habt auch weiterhin Spaß beim lesen.
Außerdem werde ich mich generell etwas mehr ran halten und euch bis zu meiner nächsten Reise (vermutlich im März/April 2015) immer wieder mit Dingen aus oder über Japan versorgen ^-^

Wo soll ich bloß anfangen?
Die paar Tage in Tokyo haben so viel in mir ausgelöst.
Zurück daheim fühle ich mich leer, so, als hätte ich keine Aufgabe irgendwie.
Schon am Flughafen war mir dieses mal klar, dass alles anders ist - ich bin mit einer solchen Lebensfreude aus der Boeing gestiegen, und das nach 24h Reisezeit (alle, die mich kennen, werden nun überlegen, sich langsam ans FBI zu wenden, da diese Iris vermutlich von Aliens entführt, und als neuer Mensch zurückgekehrt ist).
Die freundlichen Angestellten am Flughafen haben mir ein Gefühl von Geborgenheit gegeben, so auch alle anderen Japaner in den darauffolgenden Tagen.
Flughäfen sind für mich immer noch ein Stressfaktor, ich habe so große Angst, mich zu verlaufen, aber in Narita fühlt man sich irgendwie aufgehoben.
Randnotiz: am Flughafen war es übrigens so leise wie im Krankenhaus. Irgendwie gruselig, aber auch angenehm.

Bereits als ich an der Inaricho Station ausgestiegen und in Richtung Hotel gelaufen bin, hab ich einfach alles rund um mich herum eingesaugt, die Gerüche, die Geräusche, die komplette Atmosphäre.
Die Umgebung war so schön, die schmalen Gassen mit den vielen Stromleitungen, die kleinen Restaurants, die Bäume am Straßenrand...
Wahrscheinlich ist es in Wien oder Berlin zu dieser Jahreszeit genau so schön, aber ich denke, dass mich einfach der Kontrast zum tristen Tokyo vom Dezember so sehr überrascht hat.
Diesmal hatte ich wieder dieses Gefühl, das ich schon einmal beschrieben habe...

Auch diesmal wurde wieder gestarrt was das Zeug hält, aber ich habe das nicht als unangenehm empfunden.
Die Japaner waren eher neugierig und haben mir zugelächelt, wenn ich sie beim Starren "erwischt" habe.
Natürlich begegnet man dem ein oder anderen, der einen abwertend ansieht und offensichtlich nicht allzu begeistert von der Anwesenheit eines Gaijin zu sein scheint, aber das ist doch überall auf der Welt so, oder?
Nach einem Gespräch mit Michael ist mir klar geworden, dass ich diesmal mit einer ganz anderen Einstellung nach Japan gekommen bin.
Natürlich wusste ich, dass ich wieder enttäuscht werden kann, aber ich hatte trotzdem sehr viel Hoffnung.
Da meine Laune um Welten besser war, hab ich wohl auch auf die Menschen ganz anders gewirkt, und wie man in den Wald ruft, so kommt es bekanntlich auch wieder zurück.

Auch wenn es verrückt klingt, die paar Tage in Tokyo haben mir sehr dabei geholfen, mich weiter zu entwickeln.
Von den Japanern kann man so vieles lernen, und ich versuche nun, mich ein wenig an deren Lebensstil zu orientieren und ein paar Dinge in meinem Leben zu ändern.
Was ich aber Zuhause gleich zu spüren bekommen habe ist, dass man die asiatische Gelassenheit wohl wirklich nur in Asien ausleben kann.
Ich stehe zum Beispiel an der Kasse und versuche, mich nicht über die lange Schlange vor mir zu ärgern, da ich ohnehin nichts daran ändern kann, klingt doch ganz simpel, oder?
In Japan auch wirklich kein Problem, denn da steht jeder einfach da und wartet, so wie es sich eigentlich gehört.
Bei uns ist es aber so, dass die Leute hinter mir zu seufzen und drängeln beginnen, und so gut kann ich mich noch nicht beherrschen, als dass ich das einfach ignorieren könnte.
Soll ich vielleicht auch gar nicht, vielleicht reicht es ja schon, positive Gedanken zu haben, auch wenn man sie nicht immer so umsetzen kann, wie man möchte.

Schlussendlich will ich sagen, dass dieses Mal alles anders war, woran es auch immer gelegen hat.
Mir ging es noch nie so gut wie jetzt, und wer mich kennt weiß, dass ich es die letzten Jahre nie wirklich leicht hatte.
Umso mehr freut es mich, dass ich mein Ziel - Japanologie - nun klar vor Augen habe.
Und auch wenn ich bereits jetzt einen Rückschlag diesbezüglich bekommen habe, werde ich nicht aufgeben, denn von nichts kommt nichts, und manchmal dauert es einfach etwas länger, bis man das erreicht, was man will.
Ich finde es trotzdem immer noch faszinierend, wie es ein Land schafft, mich so in seinen Bann zu ziehen.
Aber es ist nicht nur das Land, es sind die Menschen, die wunderschöne Kultur, die Sprache, die Gerüche, die Klänge, so viele Kleinigkeiten, die mich zu Tränen rühren, und genau mit diesen Dingen werde ich mich weiterhin beschäftigen, egal wie viele Leute mich Zuhause für einen Freak halten (ja, Frau Sandner, du darfst dich angesprochen fühlen).
Ich bin froh, eine solche Leidenschaft für mich entdeckt zu haben.
Ab heute werde ich mir nicht mehr selbst im Weg stehen.





Dienstag, 17. Juni 2014

Tokyo Diary - Sayonara 日本

Donnerstag, 22.05.2014

Um 06:00 morgens stehe ich auf und packe meinen Koffer zu Ende.
Ich hätte ohnehin nicht länger schlafen können, die Angst, dass wir den Flug verpassen könnten ist einfach immer viel zu groß (wenn's nach mir ginge, würde ich am Abend vor Abflug schon zum Flughafen fahren und am Terminal übernachten, damit nix schiefgehen kann ^^).
Schwerenherzens machen wir uns zum letzten Mal auf den Weg zur Inaricho Station, von wo aus wir noch zwei Stationen bis nach Asakusa fahren (ich weiß, dass ich den Keisei Express auch von Ueno, das näher liegt, nehmen kann, aber ich bin ein Gewohnheitstier, und wenn ich das einmal so gemacht habe, dann mach ich das mein Leben lang so xD).
Zum letzten Mal müssen wir uns in der Station orientieren und die richtige Plattform finden.
Die Fahrt vergeht ziemlich schnell und ich bin traurig, auch wenn ich weiß, dass ich prinzipiell jederzeit wieder herkommen kann, ohne Visum, ich brauche "nur" das Geld für den Flug und dann hält mich eigentlich nichts mehr auf (naja, ein paar Euronen für Speis und Trank sowie ein kuscheliges Bettchen wären auch noch was :b).
Trotzdem ist es schwer, Japan wieder zu verlassen, nachdem man sich in dieser einen Woche so sehr verändert hat.
Haltet mich für verrückt, aber meine Persönlichkeit hatte einen Tritt in den Arsch (verzeiht meine fürchterliche Ausdrucksweise) schon seit Jahren dringend nötig, und den hab ich in Japan bekommen, auch wenn ich nur sehr kurz dort war - ich fühle mich wie neu, und auch meine Denkweisen sowie mein Verhalten anderen Menschen gegenüber haben sich verändert.

Bevor es zu den Gates geht, sehe ich das Schild wieder, das mich im Dezember traurig werden ließ.
Ja, Japan, wir sehen uns wieder, ganz bestimmt!



Den Start der Maschine will ich gar nicht wirklich mitbekommen, es fällt mir schwer, nicht ein paar kleine Tränchen zu verdrücken.
Der Flug verläuft ruhig, ich kann ziemlich viel schlafen und es gibt 2 Portionen Räucherlachs für mich (mein Freund mag wie ihr wisst keinen Fisch, wie schade xD) - ist doch schon mal was!
Leider haben wir fast eine Stunde Verspätung, und als unser Flugzeug landet, ist schon boarding time für den Anschlussflug nach München.
Und so schnell ist's vorbei mit dem guten Vorsatz, mich jetzt über Dinge, die ich nicht ändern kann, nicht mehr zu ärgern.
So 'ne asiatische innere Ruhe müsste man haben, wie schaffen die das bloß?
Ich werde weiter recherchieren und euch davon berichten.
Natürlich müssen wir auch noch mit einem Bus zum Gate fahren und die Leute vor uns scheinen im Gehen einzuschlafen und bleiben seelenruhig mitten am Weg stehen, um sich zu unterhalten - meine Laune ist im Keller, denn ich habe keine Lust, eine Nacht (auf Kosten der Airline) in Istanbul zu verbringen, da mein Freund als bulgarischer Staatsbürger ohne Visum nicht einmal den Flughafen verlassen dürfte.
Irgendwie schäme ich mich aber dafür, so zu denken, denn die Leute machen das ganz sicher nicht mit Absicht und können nicht wissen, dass wir es eilig haben.

Mit Müh und Not (und sogar noch einer halben Zigarette, juppie!) schaffen wir es rechtzeitig zum Gate, und bekommen zum ersten mal einen kräftigen Schlag ins Gesicht, als uns der türkische Flughafenangestelle unmotiviert anschnauzt.
Der letzte kurze Flug von Istanbul nach München verläuft gut, es gibt wieder 2 Portionen Räucherlachs für mich - hach, schön :P
In München werden wir von einem guten Freund abgeholt, der auf der deutschen Autobahn erstmal alles aus seinem Opel Insignia rausholt, und uns innerhalb von zwei Stunden in mein kleines Städtchen bringt :3
Um dem Jetlag keine Chance zu geben (und weil wir ohnehin hundemüde sind) fallen wir um Mitternacht ins Bett.
Trotz meines geliebten Kissens fühlt es sich nicht an wie mein Zuhause, und ich weiß, dass ich es in den nächsten Tagen und Wochen nicht leicht haben werde...



Freitag, 13. Juni 2014

Tokyo Diary - Akihitos Garten

Mittwoch, 21.05.2014

Unser letzter Tag in Tokyo bricht an und ich bin ziemlich wehmütig.
Die Zeit ist so schnell vergangen, ich will nicht mehr nach Hause.
Ich fühle mich so wohl in dieser Stadt, und das obwohl ich mit den meisten Leuten hier nicht einmal kommunizieren kann, aber manchmal genügt ein Lächeln.
Es fühlt sich an als wäre ich Zuhause, irgendwie.

Beim Blick aus dem Fenster habe ich zum ersten Mal seit vielen Tagen etwas zu meckern - es regnet, und zwar nicht nur ein bisschen, sondern so richtig.
An der Rezeption dürfen wir uns einen Regenschirm ausleihen, Problem gelöst! Oder?
Nein, denn der Regen hier (zumindest an diesem Tag) ist anders.
Es ist eine Art Sprühregen, und nach wenigen Metern sind wir bereits klitschnass.
Außerdem wehen ziemlich starke Windböen, sodass der Schirm sich permanent nach außen stülpt.
Bis wir ihn wieder repariert haben, sind wir ungeschützt und werden noch nasser.
Ja, bei dem Wetter hat man richtig Lust auf Sightseeing...
Wir streichen also vorerst den Tokyo Tower und den Kaiserpalast, sowie auch den Nezu Schrein von unserem Plan, und fahren nach Harajuku.
Doofe Idee, die Takeshita Dori ist auch mittwochs mehr als überfüllt, und da jeder einen Regenschirm trägt, ist es relativ schwierig, sich an den Leuten vorbeizuschlängeln.
Ich kaufe mir einen eigenen Regenschirm, da wir sonst einfach nicht durch die Einkaufsstraße kommen, und wir kämpfen uns durch, kaufen noch ein paar Kleinigkeiten, und fahren wieder.

Auch wenn der Regen noch immer nicht nachgelassen hat, beschließen wir, zum Kaiserpalast zu fahren.
Ich weiß nicht, warum wir uns gerade für diese Sehenswürdigkeit entschieden haben - vielleicht weil sie mehr oder weniger auf dem Weg liegt? Keine Ahnung.
Noch eine doofe Entscheidung, denn als wir an der Hanzomon Station aussteigen, macht nichts auch nur den Anschein von Kaiserpalast.
Wir laufen ein Stück durch den Regen und fragen schließlich einen Polizisten nach dem Weg.
"Do you want to enter the palace?"
Ganz aus dem Häuschen sage ich natürlich ja!
2006 haben wir den Palast nur von außen gesehen und dass man da auch rein kann, war mir völlig neu.
Er erklärt uns den Weg und wir laufen etwa eine halbe Stunde in die selbe Richtung, bis wir einen Eingang erreichen, der zur Anlage des Palastes zu führen scheint.
Mein Regenschirm ist mittlerweile schon ziemlich im Eimer, er stülpt sich alle fünf Minuten um und ist mir eigentlich einfach nur im Weg.

Freier Eintritt!
Ja dann nix wie rein!
Nach einer viertel Stunde wird uns aber klar, dass wir hier nicht annähernd an den Kaiserpalast rankommen, ist ja auch irgendwie logisch, ich weiß auch nicht, was ich vorhin gedacht habe.
Wir befinden uns lediglich in der riesigen Gartenanlage - aber gut, vielleicht kommt man ja trotzdem irgendwie zu dem Punkt, an dem wir 2006 ein paar Fotos von dem Palast geschossen haben.
Nach einer halben Stunde verlassen wir den Park am anderen Ende und sind mittlerweile einfach nur angepisst.
Da der Rückweg zur U-Bahn Station zu lange dauern würde, gehen wir in die andere Richtung weiter, und hoffen, dass eine andere Station auf dem Weg liegt.
Nach nicht allzu langer Zeit kommt mir die Gegend bekannt vor und irgendwann stehen wir an dem Punkt, von dem aus man ein unglaublich kleines Stück des Palastes sehen kann.
Wie viel hab ich denn damals gezoomt, dass das so nahe aussah?!
Meine Laune hebt sich nicht mehr, der Ausblick ist eine Verarsche, ich will ins Hotel.
Da wären wir besser wo anders hingefahren - aber ich bin ja selbst daran schuld, ich wusste ja, dass der Palast nicht allzu spektakulär ist.
Komplett nass und mit gedrückter Stimmung machen wir uns auf den Weg zurück - und treffen auf die Station Sakuradamon der Yurakucho Line.
Nach einem umständlichen Weg mit der U-Bahn kommen wir nach einer Stunde im Hotel an.
Kein wirklich schöner letzter Tag in Tokyo, aber so fällt es mir leichter, Abschied zu nehmen.
Am Abend kaufen wir noch für umgerechnet 30 Euro Chips & so weiter im Konbini, alles muss mit nach Hause.
Ein letzter Spaziergang durch die Straßen von Ueno - und um Rammstein zitieren zu dürfen: "mein Herz brennt".











die Bäume *o*


das kleine Stück, das man sehen kann...


Dienstag, 10. Juni 2014

Tokyo Diary - Magical Japan

Dienstag, 20.05.2014

Nachdem wir (ich) es am Vorabend doch etwas übertrieben haben, krieche ich erst gegen Mittag aus dem Bett.
Irgendwie geht's mir total schlecht, aber nicht so wie Zuhause.
Mir ist weder übel noch habe ich Kopfschmerzen, ich fühle mich einfach nur schwach - fuck yeah, daran könnte ich mich gewöhnen!
Das einzig Böse ist die erdrückende Luftfeuchtigkeit, die mir als Rache für das ganze Bier vom Vortag ordentlich ins Gesicht schlägt...
Gut, dass wir das mit dem Karaoke dann doch gelassen haben.

Ziemlich erschöpft schleppen wir uns erneut nach Akihabara, da wir nicht wissen, was wir mit den paar Stunden bis zum Treffen mit Reina sonst anfangen sollen, ohne uns zu weit vom Hotel zu entfernen.
Irgendwie nervt es mich, dass wir es wieder nicht nach Kamakura schaffen, aber ich bin selbst daran schuld - beim nächsten Mal dann aber wirklich!
Da ich immer noch mehr als 30.000 Yen im Portemonnaie habe, kaufe ich ein paar Dinge für die Otakus, die Zuhause auf tolle Mitbringsel warten.








Nach einiger Zeit gehen wir auch schon wieder zurück zum Hotel, denn um 18:00 wollen wir uns mit Reina in Shibuya treffen.
Wir fahren zusammen nach Shinjuku und laufen erstmal gefühlte 30 Minuten bis zum Metropolitan Government Building.
Der Ausblick ist wie beim letzten Mal grandios - leider kommt das auf den Fotos nicht so gut rüber.









das Bild hab ich von Reina geklaut - grandios!!!


Kurzer Schwenk in die Vergangenheit.
Seit ich Instagram benutze, folge ich einem Mädchen mit dem IG-Namen kaia_willowleaf
Vor ein paar Monaten hat sie damit begonnen, Bilder aus Tokyo hochzuladen, und ich habe ihr geschrieben, dass ich auch bald dort sein werde.
Ihr Kommentar darauf war wie folgt: "maybe we'll run into each other there, would be fun".
Und nun wieder zurück in die Zukunft.
Wir stehen also vor dem Bahnhof in Shinjuku, einem der verkehrsreichsten Bahnhöfe der Welt, zur Rush Hour, und ich erblicke ein Mädchen mit blau-grünen Haaren.
Nach einigem Zögern gehe ich auf sie zu und unser Gespräch verläuft wie folgt:
ICH: Hey, do you have an Instagram account?
SIE: Yeah, I do?
ICH: You're not living in Tokyo, right?
SIE: Umm, riiiight?
ICH: I guess you're the girl which I'm following since a very long time, I told you that I'll come to Tokyo too and you answered that it would be fun running into each other.
SIE: OH MY GOD, are you hyruleprincess???
Wie krass ist das denn?
Ich hatte nie Kontakt mit ihr, like lediglich ihre Fotos und die kurze Konversation über Tokyo war die einzige, die wir je hatten, und dann treffe ich sie wirklich zufällig??? In Shinjuku???
Wie ist so etwas möglich?
Diese Begegnung hat mich vollkommen aus der Bahn geworfen, auch zwei Stunden danach frage ich mich noch, was da passiert ist.
Und da sag noch mal jemand, dass Japan nicht magisch ist, ich hab den Beweis, sogar mit Foto!!!




Wir laufen noch einige Zeit mit Reina durch die Straßen Shinjukus und laden sie ein, nach Österreich zu kommen - hoffentlich kommt sie wirklich.
Es ist so schön mit ihr zu sprechen, sie kann mir so viele offene Fragen bezüglich der japanischen Sprache beantworten und ist im Gegenzug dazu sehr interessiert an Europa und unserer Kultur.
Der Abschied von ihr fällt mir ziemlich schwer, am liebsten würde ich sie gleich mit nach Österreich nehmen und nie wieder her geben ^.^
Auch sie will uns nur sehr ungern verlassen und umarmt uns zum Schluss noch einmal.
Im Hotel angekommen freuen wir uns über folgenden Facebook Post von ihr:




Zufrieden und irgendwie erfüllt lege ich mich zum vorletzten Mal ins Bett - uns bleibt nur noch morgen, und ich könnte heulen...



Montag, 9. Juni 2014

Tokyo Diary - Akiba & Izakaya

Montag, 19.05.2014

Was ist nur mit meinem Schlafrhythmus hier los?
Ich gehe zwar nicht später ins Bett als Zuhause, aber ich bin richtig fertig morgens und schlafe bis 11 Uhr.
Liegt wahrscheinlich an der Luft und meiner Glückseeligkeit, die mich so schön träumen und daher lange schlafen lässt - ich liebe diese Stadt und all die Geräusche, die ich gleich nach dem Aufwachen wahrnehme.
Weil wir mit den Souvenirs keinen Stress hatten, machen wir uns nun mit etwas Zeitdruck auf den Weg nach Asakusa, da kann man einfach die besten Mitbringsel ergattern, und ich sollte wirklich noch so einiges kaufen...
Zuvor spazieren wir noch gemütlich durch die Tempelanlage des Senso-ji und machen einige Fotos, so viel Zeit muss sein.
Mein Freund spricht eine Dame im Kimono auf Japanisch an, und bittet sie um ein Foto.
Zu unserer Überraschung antwortet sie mit "I'm sorry, do you speak English? I am Japanese but I grew up in Chicago, I don't speak my own language" xD
Wie geil ist das denn?
Wir unterhalten uns ein paar Minuten und machen noch einige Fotos von ihr, dann müssen wir los.
Eine weitere tolle Begegnung hier in Japan, schön.





die Bilder sind leider nicht so toll, aber ich wollte euch die schöne Umgebung hier zeigen :3




ja, das Tor ist vollkommen schlecht drauf, aber wir hatten das Weitwinkel Objektiv leider nicht dabei

ich muss mich auch immer auf's Bild drängen...

wie wär's mit einer neuen Foto-Reihe? Iris von hinten beim Fotografieren

Nachdem wir die Nakamise Dori fast leergekauft haben, bringen wir erstmal die Sachen ins Hotel.
Ich konnte einfach nicht anders, als mir die wunderschöne Geisha Puppe zu kaufen, die ich beim letzten Mal dann doch stehen gelassen hatte.
Der Nicht-Kauf hat mich seit meiner Rückkehr im Dezember geärgert, und jetzt ziert sie mein Zimmer, endlich.
Spät aber doch machen wir uns erneut auf den Weg nach Akihabara - diesmal zu Fuß.
Laut Rezeptionistin dauert der Fußweg 45 Minuten, schlussendlich sind wir aber nach einer viertel Stunde da - die Japaner gehen einfach viel langsamer als der Durchschnittseuropäer ^.^
Das Yodobashi Akiba macht uns neugierig, und wir gehen hinein.
Es gibt neun (?) Etagen, und man kann hier alles kaufen, ja, einfach alles, was mit Elektronik, Games oder Fotografie zu tun hat.
Was man da drinnen nicht findet, findet man nirgendwo - das Kaufhaus ist gigantisch!
Bin ich froh, dass ich nicht mehr Geld mitgenommen habe - ein paar Objektive für meine Nikon wären schon drin gewesen :P
Das Badgirl in mir kommt erneut zum Vorschein und ich mache ein paar heimliche (und schlechte) Fotos in der Fotografie Etage.





Nachdem wir noch einige Mitbringsel kaufen, müssen wir auch schon los in Richtung Shinjuku, denn heute treffen wir uns mit dem Autor von Oh Shit, I'm in Japan! - Michael.
Wir wollen uns am Central East Exit 中央東口 in der Shinjuku Station treffen.
Nichts leichter als das, ist ja auch nicht gerade Rush Hour, und Exit gibt es auch nur einen...
Wir stellen uns einfach an eine Säule und warten - die Menschen laufen um uns herum, unglaublich wie viel hier los ist.
Zum Glück erkennt man sich als Gaijin hier relativ einfach und Michael findet uns sofort, also geht's los zur Izakaya namens "Alps" - wie passend ^.^

Ich krieg mich erstmal gar nicht mehr ein, es ist so seltsam jemanden zu treffen, dessen Blog man monatelang verfolgt hat und der eine Art Vorbild (zumindest was das "Auswandern" nach Japan betrifft) darstellt.
Wir bestellen all you can drink (ich bin ja so trinkfest, höhö) und dazu werden uns nach und nach japanische Gerichte zum Tisch gebracht.
Gleich zu Beginn überwinde ich mich in unbeschreiblichem Ausmaß, denn ich probiere rohen Oktopus - Takowasa.
Das Video dazu kommt zu einem späteren Zeitpunkt, ich bin einfach zu doof zum schneiden ._.
Außerdem gibt's noch Gurken mit Seetang, Salat mit Miso Paste (omnomnom), frittierten Oktopus, frittierte Fischflossen, Maki und vieles mehr, das ich normalerweise wohl nicht probiert hätte.

hier seht ihr links neben den Gurken den Oktopus, den ich probiert habe ^^

Salat (?) mit Miso-Paste

lecker war's! zumindest der Großteil :P


Nach drei Bier und bereits angeheiterter Stimmung machen wir das, was wohl jeder an unserer Stelle machen würde - Sake bestellen!
Ich hab zwar 2006 schon mal welchen probiert, aber mit 14 schmeckt Alkohol sowieso eklig (damals noch, heute säuft man ja mit dem Alter schon wie die ganz Großen).
Ich kann mich gar nicht entscheiden, ob mir warmer oder kalter Sake besser geschmeckt hat - das Zeug ist so lecker (oder ich war betrunken und hab's nicht mehr gemerkt - werde ich wohl erst beim nächsten Mal herausfinden).
Der Abend ist einfach super, Michael erzählt so viel über sein Leben in Tokyo und welche Möglichkeiten es gibt, für längere Zeit nach Japan zu kommen.
Ich freue mich darüber, dass sich zwei fremde Menschen mit der selben Muttersprache am anderen Ende der Welt treffen können, um bei japanischem Sake über die gemeinsame Leidenschaft, Japan, zu sprechen.
Das Leben ist schön.





Aus meiner Sicht haben wir wirklich viel Spaß und ich freue mich, so einen tollen Abend in Tokyo erleben zu dürfen.
Nachdem Michael uns noch dabei hilft, eine Suica Karte für die U-Bahn zu kaufen, machen wir uns nach einigen Stunden wieder auf den Weg zurück ins Hotel.
Ich finde es so toll, wie ein Land so viele Menschen verbindet.