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Freitag, 1. Mai 2015

Malie ♡

Zwar habe ich bereits vor der Reise festgestellt, dass Malie und ich viele Gemeinsamkeiten haben, ich hatte aber trotzdem etwas Bammel, dass wir uns, nachdem wir doch 2 Wochen lang den ganzen Tag aneinanderkleben, auf Dauer ziemlich auf die Nerven gehen könnten.
Aber Malie war für mich nicht nur eine Reisebegleiterin, sondern ist in den zwei Wochen wirklich zu einer Freundin geworden.



Niemals in meinem ganzen Leben werde ich diese tolle Reise mit ihr vergessen - das Schwarzfahren, die Sakura Stopps, das Pfirsich Bier, unser Ramen Laden...

Wer mich persönlich kennt weiß, dass ich oft sehr eigensinnig und speziell sein kann, aber Malie hat sich nie über mein Verhalten beschwert, weder über meine uhrzeitbedingte schlechte Laune am Morgen, noch über meine nikotinbedingte schlechte Laune wenn gerade keine Smoking Area in der Nähe war - auch nicht über all meine anderen Launen, die normalerweise jeden zur Weißglut bringen.
Ich bin mir sicher, dass ich ihr ab und an auch ordentlich auf den Keks gegangen bin, aber sie hat sich nichts anmerken lassen und so einen möglichen Streit verhindert.
Schon vor der Reise haben viele gesagt, dass wir wie Schwestern, wenn nicht gar wie Zwillinge aussehen, und auch in Japan wurden wir oft gefragt, ob wir verwandt seien, vor allem auch, weil wir immer zur selben Zeit das selbe gesagt haben.

Ein lieber Mensch hat es mit "They're one, just like Yin & Yang" dann auf den Punkt gebracht :)
Danke für all die Kilometer, die du mit mir auf der Suche nach einer Smoking Area zurückgelegt hast.
Und danke für all die Minuten, die du aufgrund dieser Stopps wegen mir verloren hast.
Danke für all die Fotos, die du von mir gemacht hast, bis endlich ein Facebook-taugliches dabei war.
Danke für all das leckere Fleisch, das seinen Weg von deiner in meine Ramen Schüssel gefunden hat.
Danke für das Schleppen und Verpacken unserer unzähligen Regenschirme, weil ich ohne dich einfach klitschnass geworden wäre.
Danke für all die Geduld, die du jeden Morgen aufbringen musstest, bis meine Laune nach einem Kaffee und einer Zigarette halbwegs erträglich war.
Danke für das Akzeptieren meiner Alleingänge in Tokyo, die ich einfach für mich selbst gebraucht habe.
Danke für die vielen Sitzplätze in den Bahnen, auf die du wegen mir verzichtet hast, obwohl deine Beine mindestens genau so kaputt waren wie meine.
Danke für deine Hilfe im Vinyl-Dschungel Shibuyas, und generell danke für deine Google Maps Dienste, die wir die ganze Reise über genutzt haben.
Danke für das Schlafen auf der Bettinnenseite, weil ich einfach nur auf der Außenseite gut schlafen kann.
Danke für all die peinlichen Teenie Gespräche, die ich mit dir führen durfte, weil du einfach genau so doof bist wie ich.
Danke für das Vorlesen der Anzeigen, bis ich nahe genug dran war, um alles ohne Brille zu erkennen.
Danke für das Halten meiner Habseligkeiten bei jedem Toilettengang, wo du mich wirklich an einen Packesel erinnert hast.
Danke für die Strapazen, die du bei den Puri Automaten erdulden musstest, wenn meine Haare einfach mal kacke ausgesehen haben.
Danke für das Öffnen der Hotelzimmertür, wenn ich aus Faulheit den Schlüssel bei dir gelassen habe.
Danke für das Aufessen meiner Fehlkäufe im Konbini, die ich sonst einfach weggeworfen hätte.


Ich danke dir für so viele tolle Momente und Erlebnisse, für so viele sinnlose aber auch tiefgründige Gespräche, für den ganzen Spaß den wir hatten.


I've had the time of my life, and I owe it all to you!



(Ach und nein, wir haben uns nicht ineinander verliebt XD)







Sonntag, 19. April 2015

NIH♡N 2015 - Odyssee #1

Freitag, 27.März 2015


Es ist fünf Uhr morgens, als mein Wecker zum ersten Mal klingelt. Wie gut, dass ich gestern ein paar Gläser über den Durst getrunken habe, und ich mich hundeelend fühle. Als ich zum tausendsten Mal die Schlummer-Taste betätige ist es bereits 05:30 und ich muss nun wirklich aufstehen, da der Transfer mich um 06:20 abholt. Also schnell ab in die Dusche, irgendwelche Klamotten aus dem Schrank zerren, alles restliche in den Koffer werfen, das Handgepäck fünf mal neu packen, und dann läutet auch schon mein Telefon, und ich muss schleunigst nach draußen, weil das Taxi wartet. Das hast du wieder mal toll gemacht Iris, zu viel getrunken und einfach irgendwas eingepackt - obwohl ich doch schon Wochen im Voraus so tolle Packlisten erstellt hatte >.>
Die Fahrt nach München dauert knappe 3 Stunden und ich schlafe die meiste Zeit meinen Kater aus - Mann ist das ärgerlich, ich kann doch nicht verkatert eine Langstrecke fliegen?! Fünf Minuten nach meiner Ankunft am Flughafen kommt auch Malie in die Halle und wir gehen erstmal raus um eine zu rauchen - Malie ahnt bereits jetzt, was die nächsten 2 Wochen auf sie zukommen wird :P



Beim Check-In verläuft alles glatt, mein Koffer wiegt aber bereits beim Hinflug 20kg und ich verfluche schon jetzt das sperrige Nutellaglas, das ich für Micha eingepackt habe. Ich kann doch nicht schon mit 20kg Gepäck hinfliegen, ich muss doch noch shoppen!!! Ich bin jetzt schon angepisst, vor allem weil ich panische Angst vor dem Flug mit Air China habe, nachdem genau drei Tage vor unserem Flug eine Germanwings Maschine über den französischen Alpen zerschellt ist.
























Bei der Sicherheitskontrolle lassen die Malie erstmal ihre komplette DSLR auseinander nehmen und begutachten alles bis ins Detail, um uns dann nach zehn Minuten der Verwirrung einen guten Flug zu wünschen. Wozu das nötig war fragen wir uns bis heute, aber wahrscheinlich war unser rebellisches Auftreten daran schuld XD Malie ist Vegetarierin, also habe ich für sie vegetarisches Essen an Bord bestellt. In weiser Voraussicht habe ich auch für mich vegetarisches Essen bestellt - chinesischem Essen stehe ich eher skeptisch gegenüber. In letzter Sekunde fällt mir ein, dass ich vielleicht noch ein paar Brötchen kaufen könnte - für den Fall, dass auch das vegetarische Essen unerträglich ist. Also stelle ich mich brav an und warte bis ich dran komme. Und das dauert, und dauert, und dauert und irgendwann werde ich wirklich nervös, denn ich höre nun schon folgende Durchsage: "Attention please, this is the final call for CA828 to Shanghai Pudong International Airport". Jetzt aber fix, ich schmeiße das Geld auf die Theke, laufe zum Gate und bin froh, dass ich noch rein darf. Wie hätte das denn ausgesehen? "Joa, wir haben den Flug verpasst, weil wir noch Brezeln kaufen wollten." Wir sind fast die letzten Passagiere, die die Maschine betreten, und ich bin außer Atem. Es ist 11:50 als das Flugzeug abhebt.


Diese Motivation in unseren Gesichtern!

Wie jedes Mal habe ich bereits im Vorfeld Sitzplätze reserviert, aber ich hab so ein Talent dafür, die falschen auszuwählen. Beim letzten Mal saßen wir genau auf (Neben? Bei? Wie auch immer, ihr versteht mich schon) den Tragflächen und konnten so nicht gut raus sehen. Dieses Mal hielt ich es für äußerst gewieft, die Plätze so zu reservieren, dass hinter uns keine Sitze mehr sind - dann können wir uns zurücklehnen, ohne jemandes Knie im Rücken zu haben - schlau von mir, nicht wahr? Dummerweise befinden sich die Toiletten nun unmittelbar hinter uns, und das stinkt nicht nur, das lärmt auch. Malie sitzt am Fenster und ich daneben. Neben mir gehen die Leute in Richtung Toilette, und zwar erst dann, als ich schlafen möchte. Jeder zweite schubst mich beim Vorbeigehen, die unzähligen Babies schreien durchs gesamte Flugzeug, und die Klospülung reißt mich mindestens hundert Mal aus meinen Träumen. Nach einiger Zeit wachen Malie und ich auf, und sind schockiert darüber, dass es nun immer noch 6 Stunden sind, bis wir in Shanghai landen. Die Zeit vertreiben wir uns dann mit dem Entertainment System, das Malie wirklich zu entertainen scheint, mich eher nicht so. Wir packen zur Vorsicht die Polster von Air China ein, weil die Kissen in japanischen Hotels meistens ziemlich hart sind - der Rebellion erster Teil! Nach einem halbwegs guten Frühstück und ganzen elf Stunden Flugzeit dürfen wir das Flugzeug endlich verlassen, wir sind zumindest schon mal in Asien, weiter geht's!

Ach und bei den Tragflächen saßen wir noch dazu XD


Erkenntnis des Tages
Achtung bei der Sitzplatzreservierung! Lasst am besten die Damen am Check-In entscheiden, wo ihr euch hinsetzt, falls ihr genau so ein Talent besitzt wie ich ;)

Frage des Tages
Warum fliegt man mit Neugeborenen um die halbe Welt? Man erinnere mich daran, so etwas nicht zu tun, sollte ich mal Kinder haben. Nein aber im Ernst, wir haben uns wirklich lange gefragt, warum man den kleinen Würmchen denn diese Strapazen antut? Das ist nicht nur für's Kind anstrengend, sondern auch für die Eltern, weil das Baby ja keinen eigenen Sitzplatz hat, und für die restlichen Passagiere ist es auch alles andere als angenehm, wenn man ständig Geschrei hört und riecht, dass die Windeln schon wieder dringend einem Wechsel bedürfen.






Donnerstag, 16. April 2015

Wie alles begann...

Bevor ich damit anfange, über unsere Reiseerlebnisse zu schreiben, möchte ich euch noch kurz erzählen, wie Malie und ich uns eigentlich kennengelernt haben, und wie das mit Japan alles zustande gekommen ist :)



Angefangen hat alles im Oktober 2014, als Malie mich auf Instagram entdeckt, und meine Bilder geliked hat. Nach unzähligen "omg you're so kawaii" Kommentaren von beiden Seiten haben wir festgestellt, dass wir beide Österreicherinnen sind. Zufällig waren (und sind ^^) wir auch beide an Japan interessiert, fast gleich alt, und haben auch sonst ähnliche Interessen. Nach einiger Zeit haben wir uns auf Facebook hinzugefügt und ab und an miteinander geschrieben. Zum Spaß hat sie unter fast jeden meiner Japan-Posts etwas wie "i kumm mit :D" kommentiert, und ich habe scherzhafterweise mit "passt, i sog das bevor i buch" geantwortet. Eigentlich hatte ich damals geplant, noch einmal mit meinem (mittlerweile) Ex-Freund nach Japan zu reisen - als ich die Beziehung aber beendet habe, stand ich plötzlich ganz alleine da - und irgendwie hatte ich nicht allzu große Lust, alleine für zwei Wochen durch Japan zu reisen.



Auch wenn ich nicht wirklich damit gerechnet habe, jemanden zu finden, habe ich dann den Beitrag Mitreisende(r) gesucht veröffentlicht - die Hoffnung stirbt zuletzt, auch wenn meinen Blog jetzt nicht allzu viele Personen verfolgen. Und tatsächlich, noch am selben Tag hat sich Malie bei mir gemeldet, denn sie hatte bereits genügend Geld gespart, und wollte unbedingt mit! Nur konnte sie mir noch nicht ganz zusagen, da sie erst im Dezember erfahren sollte, ob sie frei bekommt oder nicht. Also wieder nur so eine halbe Sache... Ich musste außerdem noch auf den Termin für meine Abschlussprüfung warten, denn es hätte auch sein können, dass die genau in die Kirschblüten Zeit fällt.

Wie so oft haben sich dann einige Leute aus meinem Umfeld eingemischt und versucht, mir Japan auszureden. Es gibt ja so viele andere tolle Länder auf diesem Planeten, und ich soll doch mal meinen Horizont erweitern. Als Reisebüroassistentin wäre es auch von Vorteil, mal den Rest der Welt zu erkunden. Außerdem ist Japan dann auch gar nicht so spannend, als dass man nach drei Reisen noch nicht genug gesehen hätte. Also hab ich beschlossen, doch nicht nach ins Land der aufgehenden Sonne zu fliegen, und habe andere Urlaubspläne geschmiedet.



(c) Malie


Ziemlich unverhofft hat Malie mir dann am 15. Dezember am Weg zur Arbeit geschrieben, dass sie im März/April frei hat, und ob wir gleich buchen können. Ich wollte ihr eigentlich am Abend sagen, dass das alles doch nichts wird, aber spätestens in der Mittagspause und nachdem ich die Flüge gecheckt hatte, war ich wieder überzeugt. Nur drei Tage später haben wir den Flug dann gebucht, ohne uns jemals zuvor getroffen zu haben. Ein einziges Mal hatten wir telefoniert, aber das war's. Ziemlich riskant eigentlich, aber im Nachhinein betrachtet eine der besten Entscheidungen, die ich jemals getroffen habe :) Den gesamten Reiseverlauf haben wir via WhatsApp und Facebook geplant, Malie telefoniert nicht gerne, und so haben wir eben alles schriftlich erledigt :) Pünktlich zum neuen Jahr haben wir uns dann zum ersten Mal in Salzburg getroffen, ein weiteres Mal Ende Februar, und dann, ja dann hieß es Augen zu und durch!

Wenn ich im Nachhinein über die Umstände unseres Kennenlernens nachdenke finde ich es noch viel toller, dass wir das alles wirklich gemacht haben! Hätte sie meine Fotos nicht geliked, dann hätten wir uns nie kennengelernt, und meine Reise nach Japan wäre damit von vorne herein ins Wasser gefallen. Genau dieses zufällige Kennenlernen hat mich dazu gebracht, der Sache eine Chance zu geben. Denn wenn etwas so verrückt ist, dann kann es doch nur gut werden, oder? Und genau so war es! Denn Malie ist mir spätestens in den zwei Wochen, die wir miteinander verbracht haben, sehr ans Herz gewachsen, und ich hätte wirklich niemanden lieber mitgenommen als sie.