Sonntag, 10. August 2014

Oasen im Großstadt-Dschungel

Und wieder mal: ein Hoch auf Japan und die schlauen Japaner, die sich so tolle Dinge einfallen lassen!
Ich spreche von GETRÄNKEAUTOMATEN :3

gleich 3 Exemplare nebeneinander!




"Hääh?! Sowas gibt's doch in Europa auch?!"
Ja, das stimmt schon, aber in Japan steht an jeder Ecke mindestens ein Automat, der eine große Auswahl an Getränken bietet.
Und da gibt es nicht nur stilles und prickelndes Wasser - man kann auch zwischen grünem Tee, Fruchtsäften, Bier und Kaffee wählen.
Ich spreche da auch nicht ausschließlich von kaltem Kaffee, nein, man kann auch warmen Kaffee kaufen!
"Aber woher soll ich wissen, ob der nun heiß oder kalt ist?"
Berechtigte Frage - einfache Antwort:
Die Knöpfe über denen der Preis steht sind entweder blau oder rot - blau bedeutet kalt, rot bedeutet heiß.
So kann man auch im Winter bei kühlen Temperaturen an jeder Ecke ein Heißgetränk aus dem Automaten ziehen.
Solltet ihr übrigens auf der Suche nach einem Mülleimer sein, dann ist die Chance einen zu finden am größten, wenn ihr bei Getränkeautomaten sucht.
Hier gibt es zwar nicht immer welche, aber oft kann man dort gleich seine Dosen entsorgen.








Bei der japanischen Hitze und der unerträglichen Luftfeuchtigkeit, die sich für Europäer wie ein Schlag ins Gesicht anfühlen, sind die Automaten Gold wert.
Besonders im Sommer ist man dankbar für die kühlen Oasen, die einem im Großstadt-Dschungel das Leben retten.

Wie ich HIER schon erwähnt habe, gibt es in ganz Japan rund 5,5 Millionen davon - verständlich!
Wenn es in Tokyo schon so heiß ist, will ich mir nicht ausmalen, wie unerträglich die Hitze in Kagoshima sein muss...

Ich konnte mich übrigens meistens gar nicht für ein Getränk entscheiden, die Auswahl ist viel zu groß!
Von Kirschblüten-Wasser bis Pfirsich-Bier gibt es alles was das japanische Herz begehren könnte.
Mir hat eigentlich super geschmeckt, ihr solltet wirklich viele Sachen aus dem Automaten ausprobieren, wenn ihr die Chance dazu habt :3





Sonntag, 3. August 2014

Konbini コンビニ

Konbini  コンビニ (eigentlich konbiniensu sutoa コンビニエンスストア) kommt von dem englischen Begriff "convenience store".
Alle, die schon mal in Japan waren, oder gar dort gelebt haben, wissen natürlich wovon ich spreche.



Kühlregal mit großem Sortiment
Ein Konbini ist eine Art Supermarkt, in dem man nicht nur Lebensmittel kaufen, sondern auch Briefe aufgeben, Geld beheben und Konzertkarten besorgen kann.
In Tokyo haben diese Läden bis mindestens 22:00 geöffnet, viele sogar 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche.
Man findet sie an jeder Ecke, und kann prinzipiell immer und überall alles Notwendige einkaufen.

Für die Raucher: einen öffentlichen Aschenbecher findet man meistens neben dem Eingang zu einem Konbini.

Im Konbini findet man meist keine frischen Lebensmittel wie Obst oder Gemüse (die hab ich nur im Life Supermarket gesehen) - dafür aber fertig zubereitete Speisen, die man Zuhause nur noch in die Mikrowelle stellen muss.
Das Sortiment reicht von Onigiri über Sushi, bis hin zu Nudeln, die auf einem Plastikteller in der Kühlabteilung liegen.
Wenn man also mal später Feierabend macht und nicht allzu viel Geld für Essen ausgeben möchte, holt man sich nach Möglichkeit einfach was im Konbini, denn das ist preiswert und durchaus essbar (mir haben die Sachen gut geschmeckt).
Außerdem kann man abgepacktes Brot und auch Instant-Nudel-Gerichte kaufen.

                       





Wie auch in fast* allen europäischen Supermärkten, kann man im Konbini Alkohol kaufen.
Ob Sake oder Bier ist egal - je größer der Konbini, desto größer die Auswahl.
Dazu gibt's natürlich auch Chips und Knabberzeug - nichts Außergewöhnliches also.
Neben ess- und trinkbaren Dingen kann man im Konbini auch Deos, Taschentücher, Rasierer oder Zahnpasta kaufen - fast wie in einer Drogerie, nur dass das Sortiment nicht allzu groß ist, es gibt halt wie gesagt nur das Nötigste.



* in Skandinavien, zumindest weiß ich von Island und Norwegen, kann man Alkohol nicht einfach im Supermarkt kaufen. Es gibt hierfür spezielle Läden namens Vinhus oder Vinbud.


Auch Zeitschriften und Zigaretten kann man meistens bekommen - erspart den Weg zum Kiosk. (gibt es so etwas überhaupt in Japan?)
Eine Besonderheit an Konbinis ist, dass man Briefmarken kaufen, und die Postkarten (oder Briefe) gleich dort lassen kann, damit sie verschickt werden.
Zudem steht in fast jedem Konbini ein Geldautomat, um Zahlungen zu tätigen oder einfach Geld zu beheben.
Und dann kann man auch noch Konzerttickets in diesen allround-Supermärkten erstehen.
Was ich besonders spannend fand, waren die Unterhosen und Hemden - wahrscheinlich für japanische Salary Men, die es am Abend nicht mehr rechtzeitig nach Hause schaffen, und frische Wäsche brauchen ;)









Ganz toll finde ich übrigens auch die "dust box" an den Kassen: man kann die Quittung einfach hineinwerfen, wenn man sie nicht braucht.
Ich finde die Idee toll - denn den Zettel brauche ich eigentlich nie, und dann stellt sich immer die Frage, wo ich das Ding denn entsorgen soll...
Den zu zahlenden Betrag legt man übrigens in dieses blaue Schälchen, das ihr am Bild sehen könnt.
Der Kassierer nimmt dann das Schälchen, legt das Geld in die Kasse, und gibt es euch samt Restgeld und Quittung zurück.
Das ist übrigens nicht nur in Konbinis so, sondern auch in anderen Läden.

Ich hab hier mal die bekanntesten Konbinis für euch fotografiert.
Es gibt dann auch noch 7Eleven, aber von dem hab ich leider kein Bild gemacht wie es scheint.
Wer die Konbinis noch nicht kennt und bald nach Japan reist, wird mir wahrscheinlich recht geben - die Läden sind einfach unheimlich praktisch!






Montag, 28. Juli 2014

Japanische Schilder No.1

Es wird dringend Zeit, euch wieder mit japanischen Schildern zu versorgen ヽ(・ω・ヽ*)
Mein Freund (er heißt übrigens Teo, die Umschreibungen lassen das immer so anonym wirken) und ich waren in Tokyo auf der Jagd, und wir haben so einige tolle Entdeckungen gemacht.
Hier kommt Teil 1 unserer Ausbeute ;)

Wenn ihr die Bilder anklickt, könnt ihr sie vergrößert sehen.


Ist das Pacman auf den Schildern? 
Früher Videospielheld, heute Zigarettenmodel - bedauernswertes Kerlchen...


Mal im Ernst, wer würde sich Zuhause daran halten?
Die Leute würden wahrscheinlich mit Edding irgendwas draufschmieren...
Der Rauch-Geist ist einfach soo niedlich, da verzichte ich fast gerne (ღ❤‿❤ღ)


Oh, sorry ^^


"Please smoke in good manner" finde ich immer wieder toll.


Ach, die heiße Luft macht den Feueralarm an aber die Zigarette nicht?
Wir haben die Tür aber trotzdem immer geschlossen, man kann ja nie wissen bei den Japanern ._.


IMPORTANT SAFEGUARDS
Please follow these safety precautions
Regeln für die Benutzung einer Toilette - #onlyinjapan


Dieses tolle Ding habe ich am Flughafen Narita entdeckt. Wenn auf die Toilette geht, kann man sein Kind einfach da rein setzen, und dann in Ruhe sein Geschäft verrichten. Das Kind hat dabei übrigens direkten Blick auf die Kloschüssel - toll, wenn das Kind einem direkt beim pinkeln zusieht ;)
Wenn man fertig ist, nimmt man sein Kind wieder heraus, macht die Halterung zu, und verlässt die Toilette.




Montag, 21. Juli 2014

Wusstet ihr eigentlich...?


...dass japanische Geldautomaten Öffnungszeiten haben?
Ich kann euch leider nicht erklären, warum das nun wirklich so ist - aber ich nehme an, dass der Automat auch mal Feierabend macht und zu seiner Familie geht - es sei ihm gegönnt ;)


...dass der japanische erste Stock bei uns das Erdgeschoss wäre?
Dem muss ich eigentlich nichts mehr hinzufügen, ist einfach so :)


...dass Japan aus mehr als 6800 Inseln besteht?
6852 sind es um genau zu sein. Na, wer hätte das gedacht? Mal sehen, wie viele der Inseln ich in meinem Leben abklappern kann.


...dass Japan jährlich von 1500 Erdbeben erschüttert wird?
Natürlich sind die meisten davon nur schwach und unbedeutend - trotzdem eine erschreckende Zahl.


...dass für Ausländer in Japan Ausweispflicht gilt?
Es kann passieren, dass man von Polizisten gebeten wird, sich auszuweisen - also am besten immer den Reisepass oder die Alien Registration Card mitführen!


...dass Gebrauchtwagen mehr oder weniger einen Exorzismus durchleben?
Es kann durchaus vorkommen, zumindest in der Vorstellung der Japaner, dass ein gebrauchtes Auto bereits ein schlechtes Qi (negative Energie) angenommen hat. Daher bringen viele Leute ihren Gebrauchtwagen zu einem Schrein, um das Auto "reinigen" zu lassen. Am liebsten fahren die Japaner aber trotzdem Neuwagen, sofern sie sich einen leisten können.


...dass Karaoke カラオケ so viel wie "leeres Orchester" bedeutet?
Das erste Karaoke-Gerät wurde 1940 von Daisuke Inoue gebaut, er ließ jedoch kein Patent anmelden. Viele große Unternehmen übernahmen seine Idee, und so ließ sich Inoue-San Unsummen an Geld durch die Lappen gehen. Mittlerweile ist Karaoke für die Japaner nicht mehr wegzudenken, das Nachsingen von bekannten Liedern hat in der japanischen Gesellschaft schon lange einen hohen Stellenwert.


...dass japanische Züge die pünktlichsten der Welt sind?
Der Shinkansen hat eine jährliche Durchschnittsverspätung von 0,6 Minuten. Darüber lässt sich natürlich streiten, überall tauchen andere Zahlen auf. Ich habe aber sehr lange recherchiert und die Zahl 0,6 ist am häufigsten vorgekommen. Sie sind zumindest um ein Vielfaches pünktlicher als die österreichischen/deutschen  Züge - das genügt ;)


...dass in Japan quadratische Wassermelonen angebaut werden?
Ja, wirklich! Der "Hersteller" begründet den speziellen Anbau damit, dass die Melonen so besser in die Kühlschränke passen würden. Eine solche Melone kann aber bis zu USD 400,-- kosten, da überlegt man sich den Kauf dieser stylischen Frucht dann doch noch einmal.


...dass das Wort Geisha 芸者 eigentlich "Person der Künste" bedeutet?
Die ersten Geishas waren übrigens Männer. Erst im 17. Jahrhundert haben Frauen damit begonnen, diesen Beruf auszuüben.


...dass man in japanischen Restaurants vor dem Essen ein heißes, feuchtes Handtuch bekommt?
Damit kann man vor dem Essen seine Hände reinigen. So ein Tuch bekommt man übrigens auch (meistens) im Flugzeug in Richtung Japan.


...dass es in Japan rund 5,5 Millionen Getränkeautomaten gibt?
Und bitte verleiht demjenigen, der sich das ausgedacht hat, einen Orden! Die Dinger sind einfach unglaublich praktisch. Da ich ein so großer Fan dieser Automaten bin, widme ich diesem Thema einen eigenen Post.


...dass man sich in Japan vor dem Baden in einer Badewanne gründlich abwäscht?
Anders als in Europa dient das Baden in Japan ausschließlich der Entspannung. Da die gesamte Familie (nacheinander) im selben Badewasser badet, ist es von Nöten, sich vorher gründlich abzuwaschen. In öffentlichen Bädern muss man sich übrigens auch vor der Benützung waschen!


Freitag, 18. Juli 2014

Japaner und Öffis

Japaner und öffentliche Verkehrmittel - ein sehr spannendes Phänomen.
Alle, die schon einmal in Japan waren, werden mir hier vielleicht zustimmen!
Leider habe ich hierzu fast keine Fotos, denn ich fand es etwas unpassend, in den Bahnen zu fotografieren.
Zur Veranschaulichung habe ich mich aber bei Google bedient - die Quellen hab' ich unten angeführt ;)

In den Wiener Linien ist es immer laut, mal sind es Schulklassen, mal ein älterer Herr mit ein paar Promille im Blut, der über sein Leben philosophiert und alle Welt daran teilhaben lässt.
Beim Ein- und Aussteigen wird immer kräftig gedrängelt und geschubst, und wenn mal jemand mit lauter Musik am Handy einsteigt, wird er höchstens schief angeschaut.
Auch in Zügen und Bussen kann man hier in Österreich ein ähnliches Schauspiel beobachten.
Ich weiß zwar nicht aus eigener Erfahrung, wie es diesbezüglich in Deutschland aussieht, aber ich denke mal, dass sich die ein oder anderen Parallelen feststellen lassen.

Wenn man in Japan in einen Bus/eine U-Bahn/einen Zug steigt, ist es ruhig.
Es gehört sich nicht, in öffentlichen Verkehrsmitteln zu telefonieren oder laut Musik zu hören, also schweigen viele Leute, oder sprechen einfach leise.
Es ist eine fast schon unheimliche Stille, wie ich finde, da ich so etwas nicht gewohnt bin.
Weil wir als Gaijin das Bild der Ausländer in Japan nicht noch mehr verschlechtern wollten, waren wir auch ruhig, und hatten so genug Zeit, die Leute um uns herum zu beobachten.
Die meisten schliefen seelenruhig, andere schminkten sich und wieder andere lasen.
Ich finde es bewundernswert, wie Japaner in den Bahnen einfach so schlafen können, und bei ihrer Station wie durch Geisterhand aufwachen und aussteigen.
Dieses Phänomen konnte ich auch bei meiner Freundin Reina beobachten, wie in einem anderen Post bereits erwähnt.
Wie kann man mit nach vorne geneigtem Kopf denn wirklich einschlafen?
Ich wäre an deren Stelle schon Dauerpatient bei einem Physiotherapeuten...
Und wie schaffen die es, dass sie genau an der richtigen Station aufwachen?
Ein mysteriöses Volk, diese Japaner.

Source: http://anothersideof.me/modes/simple-health/
Am tollsten sind aber die rüstigen Omis, die sich nicht festhalten, und erstmal ihr iPad auspacken, um zu zocken.
Dann vibriert wohl das Handy in ihrer Tasche und in der zweiten Hand halten sie plötzlich ein iPhone und schreiben E-Mails.
Mit wem denn bitte? Mit anderen Omis, um sich für Kaffee und Kuchen zu verabreden?
Sitzen die denn dann auch so wie die jungen Leute mit Handy bewaffnet im Café und sprechen kaum miteinander?
Also meine Mama hat auch die ein oder andere Schwierigkeit mit ihrem Smartphone, ist aber deutlich jünger als die besagten japanischen Omis, die mit der modernen Technik offenbar ohne weiteres zurechtkommen.
Aber es sind nicht nur die alten Damen, die mit Mobiltelefonen und Tablets hantieren, im Land der fortgeschrittenen Technologie kann man aber auch kaum etwas anderes erwarten, seht selbst ;)


Wusstet ihr eigentlich, dass eine der häufigsten Todesursachen in Japan das Fallen auf Gleise ist?
Nein, ich rede aber nicht von Selbstmord!
Michael hat uns erzählt, dass es sehr häufig vorkommt, dass betrunkene Japaner das Gleichgewicht verlieren, auf die Gleise fallen, und von herannahenden Zügen überrollt werden!
Um dem vorzubeugen werden in Tokyo bereits Maßnahmen getroffen - einige Stationen wurden schon umgebaut.
Durch die "Schranken" am Bahnsteig wird verhindert, dass man auf die Gleise fällt - sobald der Zug zum Stehen kommt, öffnen sich die Türen an den Schutzmauern und man kann ein- und aussteigen.
Manchmal kommt es mir vor, als würden in Japan hochbegabte Kleinkinder leben...
Aber wenn durch solche Vorkehrungen niemand zu Schaden kommt, ist das natürlich schön.



Zur Rush Hour kann es aber auch ganz schön ungemütlich werden, denn da drängeln sogar die Japaner wie die ganz Großen!
Die netten Herren mit den weißen Handschuhen helfen dann noch etwas nach und schieben die Leute weiter in die Bahn, um keinen Millimeter an Platz im Zug zu vergeuden.
Ich habe dieses Gedränge auch schon einmal live miterlebt und fand es in dem Moment eher lustig - wenn mich aber täglich jemand in die Bahn schubst und mir seinen Ellenbogen ins Gesicht schlägt, dann ist der Spaß vorbei.

Source: http://www.japan-guide.com/e/e2020.html
Source: http://newton.photoshelter.com/image/I0000axfu8TDec9k